Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

358 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
her das Hydrarg. muriat, mite Dstündlich zu 1 Gran und den 
gleichzeitigen Gebrauch einer Kmulsio oleosa. Die Wirkung 
dieser Mittel war nicht entscheidend; während die Krankheit 
ihren gewöhnlichen Verlauf, fortsetzte , nahmen die Kräfte im- 
mer sichtlicher ab, was sich, besonders in dem Sinken des Pul- 
ses aussprach, es trat Decubitus ein und der Kranke versank 
in mussitirende Delirien, — S. ging deswegen am 9. zu der 
Valeriana und Arnica, am 10. zum Camphor mit Ammonium 
carbonicum über, liess kalte Koplumschläge und zur Beschrän- 
kung der Diarrhöe Amylum-Klystiere mit einem geringen Zu- 
satze von Tinctura opti anwenden. Als diese Mittel 4 Tage 
gebraucht waren kündigte sich die Besserung durch Feucht- 
werden der Zunge, wiederholten Eintritt von Schweiss, Eleva- 
tion des Pulses, Schlaf und allmählige Befreiung des Senso- 
riums an, so dass Pat, am 15. vollkommen bei sich war. Mit 
der Rückkehr’des Bewusstseins klagte er mehr über Schmer- 
zen im noch immer aufgetriebenen Unterleibe und bezeichnete 
als Sitz derselben die Gegend unterhalb des Nabels. Die Diar- 
rhöe wurde durch obige Mittel und Klystiere nur unvollkom- 
men gehemmt und es stellten sich Schmerzhaftigkeit der Bla- 
sengegend und Dysurie ein, Statt der früheren Arzneien wurde 
daher eine Emulsio papaverina mit Campher und dazwischen 
Pulvis Doweri gereicht. Da Pat, einige Male über Schmerzen 
am After klagte, untersuchte S, denselben am 18. und fand 
dabei Folgendes: hinter dem After zeigte sich eine grosse Fistel- 
öffnung, aus der ein blutiger, consistenter Eiter ohne fremdar- 
tige Beimischung reichlich ausfloss, und bei deren Untersu- 
chung mit der Sonde eine ziemlich ausgedehnte Höhlung ent- 
deckt wurde, welche mit abgestorbenem, durch die Pincette 
leicht zu entfernendem Zellgewebe angefüllt war und sich zur 
linken Seite des Mastdarms, anscheinend ausserhalb seiner 
Häute, 2 Zoll weit in der Richtung‘ nach dem S. romanıum 
hin fortsetzte. Aus diesem Befunde liess sich Folgendes schlies- 
sen: dass eine Entzündung in der Nachbarschaft des Darmka- 
nals oder in dessen Häuten selbst bestand , dass diese die Ursache 
der Schmerzen und der hartnäckigen Diarrhöe während der gan- 
zen Krankheit wurde, dass die Besserung mit dem Aufbruche 
des Abscesses nach aussen eintrat; dass die Schleimhaut ’des 
Darmkanals mehr consensuell, als jdiopathisch, afficirt wurde 
und die Erscheinungen des Typhus nur deswegen eintraten, 
weil dieser Krankheitsprocess unmittelbar in der Sphäre des 
Ganglien-Nervensystems statt fand. Noch verdient ein Umstand 
der Erwähnung, in 80 fern er auf den Consensus zwischeu den 
Lungen und dem untern Theile des Darmkanals hinweist. 
Nachdem die Fieberbewegungen so weit gemildert waren, dass 
sie nur noch als Folge der grossen Hinfälligkeit zu betrachten 
waren, und als Residuen der früheren Krankheit nur noch
	        
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