Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
dem Gewitter über die Unbequemlichkeit,! bis die ganze Ge- 
bärmutter vor die Geschlechtstheile getreten war. Unter hefti- 
gen Schmerzen gelang es des Frau dennoch, den hervorgetre- 
tenen Körper zurückzubringen und nun konnte sie den übrigen 
Weg zurücklegen, ohne dass der Uterus wieder zum Vorschein 
gekommen wäre. Schon am Abende traten heftige Schmerzen 
im Becken und im Kreuze ein, welche während der Nacht und 
des folgenden Tages gich steigerten und so bedeutend wurden, 
dass die Kranke in keiner Lage die geringste Linderung finden 
konnte, Da heftige Blutung aus den Geschlechtstheilen eintrat, 
wurde eine Hebamme gerufen. Diese fand Stuhl und Urin seit 
zwei Tagen verhalten und entleerte beides durch Klystier und 
Catheter, worauf die heftigsten Schmerzen etwas nachliessen. 
Dieses Verfahren nebst Laxanzen wurde noch 14 Tage furtge- 
setzt, worauf Stuhl und Urin, mit Mühe zwar, aber hinrei- 
chend, von selbst entleert werden konnten, — Um diese Zeit 
wurde K, gerufen und fand die durch lange und schwere Lei- 
den fast aufgeriebene Kranke, auf einer Bank ausgestreckt, 
auf einer Seite liegen, ohne Unterstützung konnte sie weder 
gehen noch steheua, selbst das Sitzen war mit Schmerzen ver- 
bunden, Die innere Untersuchung ergab vollkommene Retro- 
versio utert. K, versuchte die Keposition, indem er die Frau 
die Knie-Ellenbogen-Lage annehmen liess, und nun vom Mast- 
darme aus mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand den 
wie eine Kugel durchzufühlenden Fundus hinaufzuschieben ver- 
suchte; aber alle emplohlenen Handgriffe reichten nicht aus, 
Da auch ein etwas stärkerer Druck auf den Uterus heftigen 
Schmerz erregte , so stand K. von der Operation ab, liess den 
folgenden Tag Blutegel an den Damm seizen und ein gelindes 
Laxans nehmen und versuchte dann den dritten Tag in obiger 
Lage, auf dieselbe Weise, die Reposition wieder vergebens. 
Zuletzt liess K. die Frau die aufrechte Stellung annehmen, 
brachte Zeige- und Mittellinger der rechten Hand in den Mast- 
darm und den Daumen in die Scheide und so wechselsweise 
mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger den Uterus drückend, 
merkte er bald eine kleine Bewegung, welcher dann rasch die 
vollkommene Reposition folgtez mit geschlossenen Schenkela 
liess er nun die Frau ins Bett bringen und empfahl Ruhe und 
kühles Verhalten. Zwei Tage darauf fand K. die Frau in der 
Stube umhergehend, alle Schmerzen hatten aufgehört, Stahl 
und Urinentleerung wer normal und sie behauptete , ganz her- 
gestellt zu seyn. F "1 Hahr nachher sah er sie wieder, 
wo sie versichert“ it von d-- Prolapsus gänzlich 
befreit zu seyn.” an Tamm Heilk. in Pr. 
18?8S, Nr, 17.) 
105. Atresia vag‘nae; vom Kreisphys. Dr. Kısent 
in Tabor. Eine 28jährige Bäuerin hatte drei Mal glücklich 
veboren und war wieder schwanger geworden, Ende Julis 
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