Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

11l. Chirurgie und Ophthalmologie. 233 
ohemischen Schädlichkeiten auf. Zudem ist das Scleroma die 
bei weitem häufigste Linsentrübung und befällt sonst ganz ge- 
sunde Personen. Ob zwar die Trübung sehr selten auf beiden 
Augen gleichmässig voranschreitet, so beschränkt sie sich doch 
auch nicht leicht auf nur ein Auge, Complicationen beobach- 
tet man nie, am wenigsten mit Entzündungen, weshalb auch 
keine Adhäsionen vorkommen. Ja in der Regel wird die Ver- 
bindung mit den benachbarten Theilen lockerer, Der Augapfel 
ist ruhig und natürlich hart anzufühlen, So wie die Lebens- 
weise die ein Mal begonnene Ausbildung nicht hemmen kann, 
so sind auch Mittel dagegen ganz fruchtlos. Die Reaction ge= 
gen Verwundung ist ohne Belang. Der Humor aqueus ist mit 
seiner auflösenden Kraft ziemlich ohnmächtig dagegen, Die 
Voraussage ist im Allgemeinen fast immer günstig. Der ge- 
ringe Umfang des Staars macht ihn zur Ausziehung geschickt 
und eben so zur Dislocation, bei welcher letzteren man nicht 
einwenden darf, dass ein harter Körper im Auge bleibt , denn 
dieser Körper ist dem Auge ‚nicht so fremd und nicht so hart, 
dass er durch Druck schaden könnte, — Il. Die Phacomala- 
cia besteht in krankhafıer Erweichung der Linsensubstarz, die 
durch ein Kapselleiden erzeugt ist, daher die Kapsel auch im- 
mer und auch primär trübe sich zeigt. Die Trübung erscheint 
zu gleicher Zeit im ganzen Umkreise der Pupille, daher Er- 
weiterung der letztern , die dazu bisweilen noch durch Adhäsio- 
nen unmöglich gemacht wird, hier nichts fruchten würde. 
Diese Adhäsionen geben der Pupille auch zuweilen winklichtes, 
gezacktes Ansehen, Lichtempfindung ist früher und gleichmäs- 
siger aufgehoben , als bei Scleroma, daher. sich hier nie Schie- 
Jen oder Doppelsehen findet. Gläser nützen hier durchaus nichts 
Die Malacie ist gross, weich durch die Auflockerung der Lins: 
und legt sich an die Uvea, daher fehlt auch der Schlagschatten. 
Complicationen mit örtlichen Uebeln kommen vor, SO wie sic! 
auch der innige Verband, indem die Krankheit fortdauernd mi 
Dyskrasieen steht, die im ganzen Körper wurzeln, nicht Teich: 
verkennen lässt, Die Malacia hat stets eine blasse, weisse, oft 
bis zum Silberweissen spielende Farbe, die mehr oder minder 
dicht aufgetragen erscheint und deshalb verschiedenartige Figu- 
ren bildet, wonach der Staar sehr willkührlich abgetheilt wor- 
den ist, in Gitter-, Marmor-, Stern-, Fenster-, Punct-, Pyrami- 
den - und Balkenstaar. Bewegungen des Kopfs haben auf die 
Trübung keinen Einfluss. Der Nebel ist in der Ferne dichter, 
als der in der Nähe. Die ziemlich rasch, wenigstens jm Ver- 
gleich zu Scleroma, fortschreitende Ausbildung hat gewöhnlich 
Kopfschmerzen, Mouches volantes, blaue Ringe um die Augen 
und zuweilen Lichtscheu im Gefolge, beschränkt sich zuweilen 
auf ein Auge, erscheint aber weit seltener als das Scleroma, 
ist nie angeboren, aber oft, wie die Dyscrasien, die sie be-
	        
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