Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

234 11}. Chirurgie und Ophthalmologie, 
ler zum Ziel geführt hätte, Einige Aerzte nehmen die Extras 
ction, andere die Dislocation, noch andere die Discision vor, 
So extrahirten fast ausschliesslich Wenzel, Demours, Beer, 
Hesselbach, Quadri, Boyer, Roux, Jäger, Rosas 
u. A. während Scarpa, Dupuytren, v. Walther u. A, 
besonders die Dislocation unternahmen, Es war thöricht, wenn 
man behauptete, dass unter gewissen climatischen Verhältnissen 
diese oder jene Operationsmethode mehr Anzeige finde, Kin 
solcher Ausspruch ist nicht die Frucht der Erfahrung, Clima 
und Jahreszeit haben auf die Wahl der Operation keinen Ein- 
fluss. Veberall ist die Operation immer die beste, die der Au- 
genkrankheit entspricht. Die Wahl der passenden Operations- 
methode war beim grauen Staar, wollte man nicht Alles über 
einen Leisten schlagen, wie so Viele thun, nicht selten miss- 
lich und schwierig. Manche gingen von einer Methode zur an- 
dern über, da sie, was sie hofften, dabei nicht fanden, Doch 
dies lag, abgesehen von der mindern Kunstfertigkeit in Aus- 
übung einer Methode neben der andern, häufig und besonders 
wohl darin, dass man immer ein und dasselbe Verfahren ge- 
gen alle Linsentrübungen anwendete, was der Natur der Sache 
nach keineswegs zulässig ist, z. B. Keratonyxe auch gegen 
harte Staare. Für den concreten Fall der Linsentrübung kann 
nur eine Operationsmethode die beste seyn, doch um dies 
zu bestimmen, muss man die jedesmalige Natur des Uebels 
vorher genau erforscht haben, Nach dem Verf. zerfällt der 
graue Staar in Phacoscleroma, Phacomalacia und Phacohydrop- 
sia. I. Das Phacoscleroma ist eine dem Alter angehörige Ver- 
trocknung der Linse, wodurch sie klein, hart wird und alle 
Farben annehmen kann, ohne anderweitiges Erkranken ihrer 
Substanz oder der Kapsel, welche letztere in der Regel hell 
und durchsichtig ist. Graugelb trübt sich zuerst der Mittelpuncet 
und je mehr sich die Trübung gegen den Pupillarrand verbrei- 
tet, desto mehr verliert sie sich ins Hellere. Die Iris behaup- 
tet bei langsamer Ausbildung dieser von ihr entfernt liegenden 
Trübung , wodurch der Schlagschatten bemerkbar ist, stets ihre 
Beweglichkeit ; darum ist das Gesicht Abends im Dämmerlichte, 
wo sich die Pupille erweitert, immer besser. Scharfes Con- 
vexglas bessert das Gesicht, das jedoch wegen der seitlichen 
Helle zuweilen schielend wird; Der Nebel, den die Krblinde- 
ten sehen, ist in der Ferne nicht bedeutender, als in der Nähe 
und die Trübung bleibt gleichmässig, der Kopf mag gehalten 
werden, wie er auch immer wolle. Die Trübung bietet nie 
besondere Figuren dar. Die sehr langsam vorschreitende Aus- 
bildung ist von keinem Schmerz, noch von Empfindlichkeit ge- 
pen das Licht, Mouches volantes, oder sonstigem Uebelbefinden 
begleitet. Diese Trübung mit gesunder Kapsel ist nie angebo- 
ren, tritt auch nie in Folge der Verwundungen des Auges oder 
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