Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

Il. Chirurzie und Ophthalmologie, 
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nende Hydrocele, die nach und nach eine bedeutende Grösse er- 
reichte. Da der Kranke bloss die Punction wünschte, so wurde 
diese am 22. Jan. 1837 von B. verrichtet, wobei sich 8 Un- 
zen klarer Flüssigkeit entleerten, Der Vorschiag , durch Ein- 
spritzung einer reizenden Flüssizkeit eine Adhäsiv-Eutzündung 
herbeizuführen, wurde angenommen und daher die durch den 
Troikar gebildete Oeffnung durch eine Wieke bis zum folgenden 
Tage offen gehalten, an welchem die Einspritzung einer Mi- 
schung von 6 Tropfen Salpetersäure mit 2 Drachmen Wasser 
erfolgte, welche am nächsten Tage wiederholt wurde, Ks 
konnte jedes Mal nur ein Theil der Flüssigkeit eingespritzt wer- 
den, und der unmittelbar daranf entstehende Schmerz war nur 
gering. Bis zum 26, Jan, trat bedeutende Entzündung des 
Scrotums der leidenden Seite ein und aus der kleinen Wunde 
sickerte fortwährend wässerige Flüssigkeit. Da die Entzündung 
jo den folgenden Tagen einen höheren Grad erreichte, so wurde 
ein antiphlogistischer Verfahren eingeschlagen, wodurch bis 
zum 30. Jan. ein Stillstand der Entzündung erreicht wurde, 
Am 1. Febr, hatte sich die Geschwulst des Hodensacks bedeu- 
tend verringert, aus der Wunde floss Eiter, aber au der hin- 
teren Wand des Scrotums, nahe am Grunde desselben, wo er 
aufgelegen hatte, zeigte sich eine missfarbige Stelle, die am 
folgenden Tage völlig brandig wurde, weshalb man sie scari- 
ficirte und Chinapulver einstreute. Aus der Wundöffnung wurde 
ein grosses Stück der abgestorbenen Scheidenhaut hervorgezogen. 
Da die Kräfte des Kranken sehr gesunken waren und ein abend- 
liches Fieber mit kleinem, schwachem Pulse sich zeigte, 80 
wurde“ innerlich eine Auflösung des kalt bereiteten Extracts der 
Chinarinde gereicht. Hierbei und bei einem einfachen Verbande 
war am 9. Febr. die brandige Wunde rein und die Eiterung 
gut. Bis zum 1. März war die Anschwellung des Hodensacks 
völlig verschwunden und die Heilung der Hydrocele erfolgt. 
[Med, Zeit. v. Vereine f. Heilk, in Pr. 1835. Nr. 35.] 
101. Sublatio cataractae, eine neue Methode 
den grauen Staar zu operiren; von Dr. Pavır zu Lan- 
lau, Verschiedene Uebel fordern verschiedene Mittel, Was 
man aber bisher grauen Staar genannt hat, zerfällt in mehrere 
wesentlich von einander verschiedene Uebel, die nur bei niede- 
rer Bildungsstufe des Jleidenden Organs Trübung mit einander 
theilen, Ob nun zwar die Erfahrung gezeigt hat, dass alle 
gegen grauen Staar gebrauchte Operationsweisen schon Linsen- 
trübungen jeder Art geheilt haben, 80 beweist dies bloss, dass 
ein isolirtes Organ, wie die Linse, -auf mehrfache Weise aus 
der Sehaxe zu schaffen ist, ohne dass gerade die Operations- 
methode dem Uebel an und für sich entspreche, Damit ist aber 
nicht dargethan, dass da, wo eine gewisse Operation geholfeu 
hat, nicht eine andere mehr angezeigt gewesen wäre und schnel-
	        
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