Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

226 Ill, Chirurgie und Ophthalmologie. 
fette Oel statt. des Schmalzes verwendet. Bald nach dem Ge- 
nusse der so bereiteten Gerichte erfolgte Uebelkeit, Betäubung, 
Schwere der unteren Gliedmassen, Schmerzen der Häude, Füsse 
und der Kreuzbeingegend, Die Kinder erbrachen sich auch 
heftig. Bei Erwachsenen verschwanden die Symptome binnen 
24 Stunden ohne ein Brechmittel, bei einer strengen Diät. Kin 
bejahrter Mann starb, jedoch, wie die Section ergab, an Ent- 
artung des Magens. — Kine Kuh, welche den nach dem Aus- 
pressen zurückbleibenden Kuchen frass, konnte zwei Tage nicht 
aufstehen, und streckte die Füsse krampfartig von sich; Schweine 
aber genossen das Spülicht, unter welche man diese Kuchen 
mischte, ohne den geringsten Nachtheil. — Diese Pflanze 
wächst in mehreren Gegenden Steyermarks häufig unter dem 
Getreide; aus ihrem, den Hanfkörnern ähnlichen, etwas klei- 
neren und dunkleren Saamen wird Oel gepresst, welches von 
mildem Geschmacke ist, an Farbe und Geruch sich dem Lein- 
öle nähert, jedoch nicht rein ist, [Med, Jahrb, d. k, k. österr, 
Staates, Bd, 24, St, 3.1 
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I. CHIRURGIE und ÖPrHTHALMOLOGIE. 
95. Bruch des Schädels mit Depression, Tre- 
panation, Heilung; von Dr. Frıcke, (A. d, Ber, über 
d. chirurg. Abtheil. d. Hamb. allg. Krankenhauses vom vierten 
Quartal 1836). KEine 59jährige rüstige Frau. wurde Morgens 
ins Hospital gebracht, nachdem sie am Abend vorher durch 
einen vom Dache gefallenen Ziegelstein auf den Kopf getroffen 
worden war. Gleich darauf hatte sie die Besinnung verloren, 
sich mehrmals erbrochen, und war erst am Morgen wieder zu 
sich gekommen. Man hatte bereits drei kleine Stücke Ziegelstein 
aus der Kopfwunde geovommen. In der linken Scheitelbeinge- 
gend, dicht neben der Pfeilnaht, verlief von vorn nach hinten 
eine 2 Zoll lange, bis auf den Knochen dringende Wunde, 
nach deren Erweiterung man eine 1 Zoll lange und 1} Zoll breite 
Stelle des Knochens tief eingedrückt sah, ohne weitere Ver- 
Jetzung des letzteren im Umkreise wahrzunehmen. Die Kranke 
war bei völligem Bewusstsein und der Puls ganz ruhig. Io- 
dessen traten von Zeit zu Zeit noch Uebelkeit und Neigung 
zum Erbrechen ein, der Kopf war eingenommen, in der Ge- 
gend der Wunde empfand die Kranke lebhaften Schmerz und 
hatte bisweilen leichten Frostschauer. — Die ganze deprimirte 
Partie wurde mit einer grossen Krone umfasst, und nachdem 
man mit dieser bis auf die innere Tafel gedrungen war, konnte 
die äussere, welche von jener getrennt und selbst mit einem 
Theile der Diploe in mehrere Stücke zerbrochen war, entfernt
	        
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