Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

222 1. Materia medica und Toxikologie, 
tung. T. Hess noch vierzehn Tage mit der Molke in ganz klei- 
nen Portionen fortfahren, verordnete nur eine ganz reizlose 
Diät, fleissiges Wassertrinken und Ööftere Körperbewegung, 
Seit dem Hämorrhoidalflusse sind Leberanschwellunz und alle 
weiteren Beschwerden geschwunden, und der Mann befindet sich 
sei: anderthalb‘ Jahren sehr wohl. — Den zweiten Fall beob- 
achtete T, bei einem Manne, welcher seit mehreren Jahren an 
Schleimhämorrhoiden litt, die mit Hämorrhoidalknoten alternir- 
ten und mit vielen dyspeptischen und nervösen Beschwerden 
verbunden waren. Viele Mittel waren zur Bekämpfung des 
Uebels oder wenigstens zu palliativer Erleichterung versucht 
worden, aber keins hatte das Befinden des Kranken gebessert, 
Selbst der künstliche Carlsbader, der natürliche Nenndorfer und 
Franzensbrunnen bewirkten keine Milderung der Krankheit. 
Nachdem aber sechs Wochen lang Molken, mit Kälbermagen be- 
reitet, täglich zu einem Becher voll (ein grösseres Quantum be- 
wirkte wässerige Stuhlgänge) getrunken . worden waren, gin- 
gen bedeutende Schleimmassen per anum ohne alle Beschwer- 
den. Die dyspeptischen Beschwerden haben sich seitdem ganz 
verloren , die Nervenbeschwerden sind. äusserst gelind, der Ap- 
petit und Schlaf regelmässig geworden, die früher etwas gelbe 
Gesichtefarbe ist jetzt frischer und röther, die Gemüthsstim- 
mung heiterer und der Mann fühlt sich um Vieles gebessert, — 
Nicht geringern Vortheil sah die Frau des erwähnten Mannes 
von der Molkencur, Nachdem T., wegen hämorrhoidalisch-ner- 
vöser Beschwerden „ Schwefelmittel für sich und in Verbindung 
mit Antispasmodicis und bittern auflösenden Extracten, auch 
kalte Seebäder, ein anderer Arzt aber schon {früher das Sool- 
bad, so wie einen salinischen Eisenquell ohne Nutzen ange- 
wandt hatte, rieth T. zum Gebrauche der Molken. Die Jahre 
Jang bestandenen Gliederschmerzen Hessen nach, die Stuhlaus- 
leerungen wurden ‚regelmässig, die dyspeptischen und örtlichen, 
im Recto vorhandenen: Hämorrhoidalbeschwerden nahmen an 
Intensität bedeutend ab und selbst eine bei der geringsten An- 
strenzung der. Augen sonst wiederkehrende,‘ jedenfalls durch 
venöse Congestionen nach den Augengefässen bedingte Sugilla- 
tion der Bindehaut verlor sich. Die um Vieles gebesserte Frau 
will von den Molken noch ein Mal Gebrauch machen. [Hufe- 
land’s Journ, d. pract. Heilk. 3838, St, 3.] 
92. Desinficirende Behandlung der Furunkeln 
durch Ueberschläge mit Chlorkalksolutinnz von 
Dr. Eisenmann, Bei der. Lehre von den Furunkeln hat 
man nach Ansicht des Verfassers wie bei so mancher an- 
dern Krankheitsform bloss die durch den Sitz der Krankheit 
hedingten Erscheinungen im Auge gehabt und diese für die 
Krankheit selbst genommen, ohne zu beachten, dass dieselbe 
Krankheitsform durch sehr verschiedene Ursachen erzeugt wer-
	        
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