Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

214 J3I. Materia medica und Toxikologie, 
litt schon seit etwa 3 Jahren an einer Vomica, gegen die er 
mit grösster Beharrlichkeit die Lieber’schen Kräuter nebst 
andern Hausmitteln vergeblich angewendet hatte. Der ganze 
Habitus des etwa 30jährigen Mannes, der fast fieberlose, 
weiche Puls, die leichte und freie Expectoration copiöser, 
purulenter Stoffe, die Abwesenheit aller Symptome, die auf 
Tuberkeln oder fortdauernde Entzündung in den Lungen hät- 
ten deuten können — Alles bewog den Verf., auch hier 
ohne Weiteres die Zuflucht zu dem bereits erprobten Mit- 
tel zu nehmen. Auch hier war der Erfolg eben so günstig, 
als er unzweifelhaft nur dem angewandten Mittel zuzuschrei- 
ben war, da P, in den 3 Monaten, die Pat. zur vollkom- 
menen und nachhaltigen Genesung nöthig hatte, ausser den 
erforderlichen Wiederholungen nichts zu verordnen brauchte. 
— HU. Pilulae contra hydropem Bontii, 
Die in den Marschgegenden häufigen Wassersuchten der Bauch- 
höhle und Haut treten gewöhnlich als Folgekrankheiten der 
endemischen Wechselfieber auf und wurden besonders 1827 u. 
28 beobachtet, als die mörderische Küstenepidemie von 1826 
sich nach und nach wieder in die Urform, das Wechselfieber, 
zu verlieren anfing. Eine bei letzterer Krankheit gewöhnliche 
Erscheinung: starke Auftreibung der Milz, war auch die fast 
unzertresnliche Begleiterin dieser Arten von Wasseransammlung 
und diente in zweifelhaften Fällen dazu, die Diagnose fest zu 
stellen, Allgemein bekannt ist, dass das Chinin in allen diesen 
mehr oder weniger mit Wechselfiebermiasma zusammenhängenden 
Zuständen das Hauptmittel ist, weniger vielleicht, welche grosse, 
mit denen der China allein gar nicht zu vergleichende Wirkun- 
gen eine Verbindung der letztern mit Fin. Ipecacı in diesen Fäl- 
len hervorbringt. P. muss hier eine Formel mittheilen , deren 
ausgezeichnete, ja unfehlbare Wirkungen, namentlich in Ana- 
sarca der erwähnten Art mit Milzauftreibung dieselbe fast sta- 
tionär unter den ilm befreundeten Aerzten gemacht hat: Rec. 
Rad, Serp. virg. 3ü). inf. in Vin. alb. gall, ij. Col. add. 
Chinin, sulph. 5j. Vin. Ipecac. 38. Aqu. Menth. pip-. Agu. 
Cinnam. 8. v. aa. 33. Syr. aurant. 3j. M. D. SS. Alle 
3 Stunden ] Esslöffel, Anders verhält sich Alles, wo die Was- 
seransammlung , obgleich ursprünglich vom Miasma ausgegangen, 
doch durch längere Dauer gleichsam selbstständig geworden ist, 
oder wo näherer oder entfernterer pathologischer Zusammenhang 
mit dem epidemischen Agens überall nicht zu ermitteln ist. 
Dies kommt besonders bei Ascites vor und wird aus Abwesen- 
heit der bezüglichen Causalverhältnisse, so wie der der erwähn- 
ten Milzauftreibung erkannt. Jede Mühe, die Diurese in Gang 
zu bringen, ist hier vergeblich und mit Ausnahme des Auri 
muriatici, das zuweilen vorübergehend erleichterte, verlassen den 
Arzt hier alle derartigen Mittel ganz, was jeder beschäftigte
	        
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