Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 203 
tiefern verrathen sich durch Schmerz, Spannung und Anschwel- 
lunx des befallenen Theils, wobei die Haut die normale Farbe 
behalten kann, Metastase auf die Parotis sind eine leicht zu 
erkennende Erscheinung. — 6) Pleuritis. Als‘ Folgekrankheit 
im Abdominaltyphus beginnt sie zuweilen mit Frost, zuwei- 
Jen aber bloss mit Seitenstechen, das selbst sehr gelinde seyn 
kann. Sobald das Exsudat in der Brusthöhle etwas steigt, was 
gewöhnlich vorkommt, tritt Dyspnöe ein. Percussion und Aus- 
cultation entfernen jeden Zweifel über die Diagnose. — 7) 
Pericarditia folgt dem Abdominaltyphus selten und ist, wıe 
selbstständige Pericarditis, sicher nur durch Auscultation und 
Percussion zu ermitteln. — 8) Peritonitis durch Metastase und 
nicht in Folge tief dringender oder durchbohrender Geschwüre 
ruft selten Fieberfrost und gewöhnlich nur geringe Schmerzen 
hervor. Wird das Exsudat reichlicher, so lässt es sich durch 
Percussion unterscheiden. — 9) Entzündung der Schleimhaut 
des Darmkanals folgt sehr selten dem Ahdominaltyphus und 
bedingt heftige Durchfälle. — 10) Entzündung der Schleim- 
haut des Darmkanals ist entweder auf kleine Stellen beschränkt 
und veranlasst Geschwürchen, oder das lymphatische Exsudat 
findet sich auf einer grössern Strecke der Schleimhaut, Sie 
veranlasst Strangurie oder gänzliche Harnverhaltung und der 
Urin enthält Blutpuncte oder von Blut gefärbte Lymphflocken. 
— 2 Sehr selten kommen als Nachkrankheiten des Abdomi- 
[naltyp us auch Meningitis, Encephalitis, Carditis, Hepatitis, 
Nephritis vor. In den parenchymatösen Organen, besonders im 
Birne, entstehen sogleich Abscesse. Die Diagnose dieser letz- 
ten Nachkrankheiten ist bis jetzt unmöglich. — 232) Gastroma- 
lacia , Oesophagomalacia. Nebst den bisher genannten entzünd- 
lichen Formen findet sich als Folge oder Begleiter des Abdo- 
minaltyphus in einzelnen Fällen gallertartige Erweichung der 
Speiseröhre und des Magens. Dieselbe beschränkt sich zuwei- 
len bloss auf die Schleimhaut des Magenmundes, oder des un- 
tern Theils der ‚Speiseröhre; in andern Fällen dagegen wird 
auch die Muskelhaut und deren äusserer Ueberzug (Peritonäum, 
Pleura) in diesen Krankheitsprocess hineingezogen und ‘die 
sämmtlichen erweichten Häute zerreissen. Bei Erweichung am 
Magengrunde kann dieser vor Zerreissung mit dem Diaphragma 
verwachsen; dadurch wird zwar für kurze Zeit der Austritt der 
Magencontenta gehindert, bald aber anch das Diaphragma in den 
Erweichungsprocess hineingezogen und durchbohrt, worauf der 
Mageninhalt in die Brusthähle austritt. Eben so wie mit dem 
Diaphragma kann der sich erweichende Magengrund mit der 
Milz verwachsen, was jedoch Berstung und Kxtravasirung der 
Magencontenta in die Bauchhöhle micht aufhält. Dieser stets 
tödtliche Vorgang im Magen oder Oesophagus kündigt sich, so 
lange die Zerreissung nicht erfolgt ist, fast durch kein Symptom
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.