Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

204 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
chien öffnen und blutige Jauche ausgeworfen wird, Andere 
Beschaffenheit der Auswurfsstoffe, mögen sie noch so eiterlör- 
mig aussehen, beweist durchaus nichts für Eiterung in der 
Lunge, indem ‚die Bronchien oft ganz eiterförmige Materie in 
Menge secerniren. KEben so wenig deuten zähe, glasartige, 
blutig tingirte Sputa im Abdominaltyphus Hepatisation an, da 
sie ebenfalls ohne dieselbe in den Bronchien erzeugt werden. — 
3) Ulcera laryngis. Dieselben sind eine nicht sehr seltene, 
gefährliche Nachkrankheit des Typhus abdominalis. Sie ent- 
stehen entweder au der Oberfläche der Schleimhaut, oder es 
entwickelt sich im submucösen Zellstoffe ein Abcess, ja es 
geht zuweilen die Metastase aut die Aussenfläche der Knorpel, 
Am wenigsten gefährlichsten ist das Geschwür, wenn es an 
der Oberfläche der Schleimhaut sitzt, denn solche Geschwüre 
scheinen oft ganz zu heilen. Wird aber ein Abscess unter der 
Schleimhaut, oder auf der Aussenfläche der Knorpel gebildet, 
so werden nicht selten die Knorpel durch Eiterung zerstört, 
'Steter Reiz zum Husten, Heiserkeit und Schmerz beim Belüh- 
‘len des Kehlkopfes lassen Geschwüre auf der Schleimhaut des- 
selben vermuthen, Diese scheinen zuweilen sehr früh, am 8, 
bis 10. Tage, zu entstehen, wenigstens werden bei Kranken, 
die schon um diese Zeit die angegebenen Symptome äussern, 
die Geschwüre bei später erfolgtem Tode oft angetroffen. Ist 
der Abscess unter der Schleimhaut , oder an der äussern Fläche 
des Knorpels, so ruft er, so lange er klein ist, höchst ste- 
chende Schmerzen hervor; grössere Abscesse erzeugen Athmungs-, 
selbst Schlingbeschwerden, steten Reiz zum Husten und man 
kann die Anschwellung kaum zuweilen äusserlich fühlen. Wer- 
den die Kehlkopfsknorpel zerstört und öffnet sich der Abscess 
durch die Schleimhaut in die Kehlkopfshöhle, so treten plötz- 
lich Erstickungszufälle ein, Pat, wird von heftizem Husten un- 
ausgesetzt gequält und im Auswurfe finden sich Eiter und manch- 
mal Blutstreifen. Der Tod erfolgt bald durch Erstickung, —— 
4) Spienitis. Die Milz wird im Abdominaltyphus sehr häufig 
von metastatischen Entzündungen befallen. . Bis jetzt kennt man 
kein einziges, diese Entzündung characterisirendes Zeichen, 
Eine solche Metastase ist zuweilen Ursache des unglücklichen 
Ausgangs. Sie verursacht .manchmal erst nach mehreren Wo- 
chen, selbst Monaten den Tod und zwar unter Erscheinungen 
von Tabes oder Hydropisie. — 5) Metastasen nach den äus- 
gern Theilen, Metastasen auf die Haut sind, wie bekannt, im 
Abdominalıyphus sehr häufig und erscheinen als Furunkel, Ab- 
scesse, Deecubitus etc, Haben sie beträchtliche Ausdehnung 
und geht besonders die Metastase nach den tiefern Theilen zwi- 
schen die Muskel, 80 ist Resorption des Eiters und neverdings 
Ablagerung desselben auf edle Organe zu fürchten. Metastasen 
gegen die Hautoberfläche lassen sich ganz leicht erkennen, Die
	        
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