Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 195 
bis 14 Zoll lang und 4 Zoll breit; in andern Fällen scheinen die 
solitären Schleimhautdrüsen geschwollen und es finden sich Knöt- 
chen von der Grösse eines Hanfkorns bis einer Erbse vor. Am 
Igewöhnlichsten ist Beides zugleich der Fall, Die seltensten 
Fälle sind die, wo die ganze Schleimhaut des Ileums mit erb- 
sengrossen, ganz gedrängt an einander gelagerten Anschwellun- 
gen besetzt ist. Alle diese Anschwellungen sind in der Nähe 
Ider Cöcumklappe immer am höchsten, weiter hinauf werden 
sie flacher, bis sie endlich nur noch wenig über die Schleim- 
haut erhaben sind und im Jejunum sich ganz verlieren. Im 
Dickdarme sieht man die langen nie. Die daraus hervorge- 
henden Geschwüre richten sich ganz nach der Form der An- 
schwellungen. Sie dringen bisweilen nur in das submucöse 
Zellgewebe und dies besonders dann, wenn die Anschwellun« 
gen hoch sind; in andern Fällen dringen sie bis auf die Mus- 
cularis , oder sie zerstören auch diese; ihren Grund bildet daun 
bloss die Peritonäalhaut des Darms, Diese entzündet sich ge- 
wöhnlich io sehr beschränkter Ausdehnung der Geschwürfläche 
entsprechend; es bildet sich Lymphexsudat am der äussern 
Fläche des Darmes und dieser verklebt dadurch mit den anlie 
genden Theilen; doch wird bisweilen auch die Peritooäalhaut 
des Darms zerfressen und es tritt Koth in die Bauchhöhle aus, 
was schnelltödtende, allgemeine exsudative Peritonitis zur Folge 
hat. Die Geschwüre und ihre nächste Umgebung werden in 
der Heilung schwärzlich-blau oder eisenschwarz getiegert, wel- 
che Färbung keineswegs, wie Einige annehmen, von genomme- 
nem Kohlenpulver herrührt. Uebrigens entstehen nicht an jeder 
Anschwellung Geschwüre; die Infiltration verliert sich nämlich 
ohne ‚Zerstörung der Schleimhaut und es giebt Fälle, wo es 
pie zur Geschwürsbildung kommt. Die Gekrösdrüsen erweichen 
oft ganz und haben dann eiterförmigen, mit der zerstörten Speck- 
masse gemischten Inhalt. Bei ihrer Verkleinerung in der Ab- 
nahme ‚der Krankheit werden sie ebenfalls dunkel gefärbt. — 
I. Anderweitige organische Veränderungen im 
Äbdominaltyphus. Das Hirn hat im ganzen Krankbeits- 
verlaufe grössere Cunsistenz, es verliert diese nur, wenn durch 
unvollständige Lösung das Uebel sich sehr in die Länge zieht, 
und, Tabes oder Hydropisie eintritt, Es ist gewöhnlich nicht 
blutreich, die Geflässe der innern Häute enthalten manchmal 
mehr, manchmal nur wenig flüssiges Blut. Metastatisch, also 
erst im Rückschreiten des Uebels, doch nur selten erscheint 
Meningitis oder Abscessbildung im Hirne, Die Schleimhaut des 
Rachens, der Mundhöhle, und besonders der Zunge ist stärker 
geröthet, trocken; im Rachen bildet sich in seltenen Fällen eine 
falsche, grauliche Membran, die abgestossen eine Geschwür- 
fläche hinterlässt. Kleinere Geschwüre entstehen zuweilen eben= 
falls an den Rändern der Zunge oder am weichen Gaumen, in- 
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