Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

ET, . Chirurgie und Ophthalmologie, 173 
stadt und bei einem 12jährigen Knaben im Industriehause, Den 
4. ganz ähnlichen, recht bösartigen und hartnäckigen Fall hatte 
G. gerade, als er diesen Aufsatz schrieb, bei einem 13jährigen 
scrophulösen Landmädchen im Krankenhause vor sich gehabt 
und auch hier war diesem Verfahren bald die Genesung der 
elenden Kranken gefolgt. [v. Gräfe’s u, v. Walther’s Journ, 
fi Chir, u. Augenheilk, Bl. XXWT. Hft. 1.] 
75. Perforation des Trommelfells gegen Taub- 
heit; vom M. R. Dr. Busse. Diese Operation, von der mau 
[in Deutschland ganz zurückgekommen zu seyn scheint, wird in 
Italien noch ausgeübt, So erzählt Petrequin, Wundarzt am 
Hötel-Dieu zu Lyon, in einem Reiseberichte , dass der Wund- 
arzt am Spedale San Giovanni di Dio zu Florenz Vannoni ein 
eizenes, sehr zweckmässiges Instrument zur Excision eines Stücks 
aus der Membrana Tympani erfunden und mit Krfolg ange- 
wendet und dass Dupuytren demselben Beifall gezolit habe. 
Es besteht in einer Art‘ Korkzieher mit zwei Branchen, az 
welchen Häkchen befindlich sind, die das Trommelfell fassen. 
Ein kleines mit den Branchen verbundenes Messer wird dann 
mittelst eines Schraubenapparats bis zum Trommelfell vargesche- 
ben und dicht um die Haken herum bewegt. So schueidet es 
ein rundes Stückchen aus dem Trommelfell heraus, das an dem 
kleinen Haken sitzen bleibt und mit demselben ausgezogen 
wird. Ein Fall von angeborener Taubheit soll durch dieses 
Verfahren ganz geheilt worden seyn. [Nach d. Gazette me- 
dicale de Paris 1837. Nov. in Hufeland’s Journ, der pract. 
Heilkunde 13838. Febr.) 
IV. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK, 
76. Ueber die Punction und die Kxstirpation 
krankhaft vergrösserter Ovarien; vom M. R. Dr. 
DouLHorFF in Magdeburg. (Schluss. S. Summar. N. F, Bd. 
VIIL Alt. 2. Nr. 52.) Die Exstirpation degenerirter Ovarien 
ist immer höchst misslich, Die Lebensgefahr, die danach ein- 
treten kann, ist gewiss sehr gross und kaum kann man begrei- 
fen, wie Lizar’s u. A. dieselbe als mit wenig Gefahr ver- 
bunden beschreiben konnten. Wie leicht können solche durch 
nichts bewiesene Behauptungen Veranlassungen geben, dass 
diese Operation da vorgenommen wird, wo Vielleicht andere 
Mittel ausreichten und wo ohne dieselbe die Kranken vielleicht 
noch Jahre lang, und zwar erträglich, gelebt hätten. Ausserdem 
kann man nie voraus wissen, ob das Ovarium nicht 80 fest 
mit den nahen Theilen verwachsen ist, dass es nicht entfernt
	        
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