Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

152 1f. Materia medica und Toxikologie. 
angefangen, dass man sofort ein querfingerbreites 2 Zoll langes 
Empl. vesicator, über den ‚Arcus supraciliaris legte und durch 
reizende Salben in Eiterung erhielt. Innerlich erhielt Pat. ein 
Inf, flor. Arnic. c. Nitro et Natro sulph., mit dem er bis 
zum 22., doch ohne allen Erfolg, fortfuhr. Bekannt mit der 
höchst kräftig wirkenden Eigenschaft des Strychnins gegen Läh- 
mungen entschloss sich H. nun zu vorsichtiger Anwendung des- 
selben und zwar um so mehr, als das Allgemeinbefinden sehr 
gut, keine‘ Kopfschmerzen und Congestionen vorhanden waren 
und Pat, unter beständiger Aufsicht des Verf, lebte. H. er- 
wartete von innerlicher Anwendung des Strychnins mehr, als 
von äusserlicher und verordnete deshalb am 23. Inf. flor. ar- 
nic, (e 5)j.) 5vj. Strychnin. nitr., gr. 8 M. S) Älle zwei 
Stunden einen Esslöffel, Gleichzeitig wurde von Inf, fol. Ni- 
cot, (e 9)j.) 3jj. mit Zinc. sulph. gr. jv. mehrmals täglich ein 
Tropfen ins Auge getröpfelt, der jedesmal heftiges Brennen 
erregte. Es erfolgte aber bis zum 29, nicht die geringste Re- 
action auf das Strychnin, deshalb wurde bis auf einen Gran 
gestiegen und in gewohnter Art fortgefahren. Das Inf, nicot, 
wurde mit einer Auflösung des Kochsalzes (gr. vj.) in destil- 
lirtem Wasser (3j.) vertauscht und nächstdem der Him1y’sche 
Augenspiritus in die Umgegend des Auges eingerieben. Mit 
dieser Kur fuhr man bis zum 8, September fort, zu welcher 
Zeit sich die ersten allgemeinen Wirkungen. des Strychnins äus- 
serten. Patient bekam leise klonische Krämpfe, Zuckun- 
gen gleich electrischen Schlägen durch den ganzen Körper 
und Jeisen, ziehenden Kopfschmerz, Es war, somit hohe 
Zeit das Mittel, auszusetzen, um so mehr, da dasselbe bis 
jetzt nicht im Geringsten bessernd auf das topische Vebel 
eingewirkt hatte. Mehr liess sich vielleicht von einer Nach- 
wirkung desselben hoffen und um diese nicht zu stören, wurde 
innerlich gar nichts gegeben, äusserlich aber mit den erwähn- 
ten Mitteln fortgefahren, Doch die gehoffte Nachwirkung blieb 
aus, die Symptome der Strychnin-Sättigung liessen schon am 
nächsten Tage nach und Pat. befand sich gerade so wie am 
16. Aug. Sonach ging H. nun am 13, Sept. zur endermati- 
schen Anwendung des Strychnins über und gleichzeitig suchte 
er, obgleich jetzt durchaus keine Spur von Unterleibsleiden zu- 
gegen war und die Darmausleerungen normal und geregelt ein- 
traten, den Unterleib antagonistisch in Auspruch zu nehmen, 
Demzufolge streute H, auf die ia Eiterung erhaltene Stelle am 
Arcus supraciliaris + Gran Strychn. nitr. mit Sacch. alb, 
gr. j., verband demnächst mit Wachssalbe und fuhr täglich da- 
mit fort. Nachdem ein halber Gran Strychnin verbraucht war, 
nalım man schon die gute Wirkung desselben wahr. Die Läh- 
mung des obern Augenlides liess etwas nach, auf die erweiterte 
Pupille und den geraden äussern Augenmuskel aber war gar 
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