Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

II, Materia medica und Toxikologie, 149 
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wie bei Milzvergrösserungen nicht selten vorkommt, Beine und 
Genitalien waren nur mässig angeschwollen und in der Bauch- 
höhle war nur sehr wenig Flüssigkeit zugegen. Was aber die 
in der linken Brusthöhle und dem Herzbeutel angesammelte 
Flüssigkeit betrifft, so möchte diese der Verf, nicht allein dem 
mechanischen Drucke der Milz aufs Zwerchfell zuschreiben, son- 
dern vielmehr. einer Mittheilung des entzündlichen Reizes von 
der Milz auf die serösen Häute der Brust und des Herzbeutels. 
Eine nicht selten gemachte Beobachtung zeigte übrigens der 
erwähnte Fall von Neuem bestätigt, dass nämlich im Verhält- 
niss wie sich die Milz vergrössert, die Leber kleiner wird, 
was auch hier bei der sonst gesunden Leber der Fall war. 
Schlüsslich erwähnt der Verf, noch einer Erscheinung, die bei dem 
genannten Kranken kurz vor dem Tode eintrat, und nach seinen 
bisherigen Erfahrungen beständiger Begleiter von Magentuber- 
keln ist. Es stellen sich nämlich Ohnmachten in solchem Grade 
ein, dass man das Ende erwarten zu können glaubt und es 
selten möglich ist, dem Kranken noch etwas Flüssigkeit bei- 
zubringen. Sie dauern oft 2-—7 Tage, unerwartet schnell erho- 
len sich aber die Kranken und der Tod erfolgt in einer neuen 
Ohnmacht oft erst nach 8 Tagen. Eine ähnliche Ohnmacht, 
die jedoch nur einige Stunden währte, trat bei dem in Rede 
stehenden Kranken 18 Stunden vor dem Tode ein, {[Med, 
Corresp.-Bl. d. würt, ärztl. Vereins, Bd, VIIL Nr. 17.] 
Il. MATERIA MEDICA und TOXIKOLOGIE. 
62. Blepharoplegie und Mydriasis, geheilt 
durch endermatische Anwendung des Strychnins; 
von Dr. Hesse in Emmerich, Ein 30jähriger Lehrer, wohl- 
gebaut, trockner, gespannter Constitution und cholerischen 
Temperaments war in seiner Jugend bei Arbeit und Mässigkeit 
gesund. Nach den Jugendjahren entwickelten sich in Folge 
erblicher Anlage und sitzender, den ernsten Studien sehr er- 
gebener Lebensweise, Unterleibsbeschwerden mit mangelndem 
oder theilweise launenhaftem Appetite, erschwertem Stuhlgan- 
ge u. 8, w. und als Folge dieser, psychische Verstimmung, und 
häufige, starke Blutcongestionen zum Kopf, wodurch oft sehr 
quälende, zu aller geistigen Arbeit unfähig machende Schmer- 
zen aufiıraten. Gegen diese Beschwerden wurden von Zeit zu 
Zeit eröffnende Mittel palliativ angewendet; am meisten nützten 
aber öftere kleine Fussreisen, deren günstiger Erfolg freilich 
nie lange währen konnte, da Pat. immer bald wieder zu sei- 
nem gewohnten Leben zurückkehrte. So wurde er 30 Jahr. 
Die, Klagen über Kopfschmerz nahmen mehr zu als ab, das 
übrige Befinden war aber ziemlich gut, namentlich waren
	        
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