Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 145 
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der Appetit ordentlich, der Leib meist offen und nach Tische 
fand sich oft saures Aufstossen, doch war dasselbe weniger 
häufig, als früher. Nicht selten hatte Pat. Tage, wo er sich 
besser fühlte und wo er heiter war, oft aber war er sehr 
reizbar und nicht selten verstimmt. Im Bauche klagte er in 
dessen linker Hälfte über Gefühl von Schwere ohne Schmerz 
und bei Untersuchung fand man eine feste Geschwulst, die sich 
weit unter die Rippen hinauf und bis ins Becken erstreckte, 
auf Druck bei Untersuchung der obern Hälfte lebhafte Schmer- 
zen hervorrie£f und nach Lage und Form für eine vergrösserte 
Milz gehalten wurde. Im Gegensatze zur Milz schien die Le- 
ber bei der äussern Untersuchung einen kleinern Raum einzu- 
nehmen, wenigstens war ihr vorderer scharfer Rand unter den 
kurzen Rippen der rechten Seite zurückgetreten, Im Laufe des 
Sommers wurde dem Kranken von einem Verwandten das So- 
lenbad zu Hall angerathen, was aber O, A. Arzt Dr. Dürr 
missbilligte und dem Kranken versuchsweise Malzbäder mit 
Salzlauge erlaubte. Da diese Bäder beruhigend auf den Puls 
wirkten, so wurden sie fortgesetzt, - Pat. fühlte” sich dabei 
kräftiger und hatte bessern Appetit. Nach 3wöchentlichem Auf- 
enthalte in Hall und fast täglichem Badgebrauch, wobei auch 
10 Spritzbäder auf die Geschwulst angewendet wurden, kam 
Pat, wieder nach Hause,, die scheinbare Besserung hielt aber 
nur wenige Tage an, der Appetit verlor sich mehr, als frü« 
her, die Nachtschweisse währten in gleichem Maasse fort, die 
Zunge wurde in der Mitte trocken und. roth und das Oedem 
der Füsse und des Scrotums mit dem Knie, das sich schon seit 
einigen Wochen zu entwickeln angefangen hatte, wurde be- 
deutender, 8& Tage vor dem Tode, wo P. den Kranken wie- 
der sah, war die Hauptklage sehr schmerzhaftes sparsames 
Uriniren mit Stuhlzwang und Diarrhöe; Die äussere Unter- 
suchung der Blase zeigte keine ungewöhnliche Ausdehnung, 
Von Einlegung eines Katheters, den Pat. wünschte, musste 
abgestanden werden, da die Harnröhre so sehr empfindlich 
war, dass schon auf 1—2 Zoll langes Eindringen des Kathe- 
ters mit grösster Behutsamkeit Blut ausfloss und die Schmerzen 
nicht zu ertragen waren. Einige Tage vor dem Tode bildeten 
sich kleine Knoten am After mit brennendem Gefühle aus. 
Den Tag vor dem Tode stellte sich Agonie ein, aus der sich 
Pat. nach einigen Stunden wieder erholte und erst 18 Stunden 
später am 13, Aug., nachdem er kaum 14 Tage vom Bade zu- 
rückgekehrt war, starb. Bei der Section 20 Stunden nach 
dem Tode, erschien der Körper ganz abgemagert, die Haut- 
farbe ziemlich gelb, die Füsse bis an die Kniee ödematös, 
eben so die Genitalien und besonders der Penis und auf der 
linken Bauchhälfte war ihrer ganzen Länge nach eine bedeu- 
tende Erhabenheit zu sehen, während die rechte Bauchhälfte 
Summarinm d. Mefßicia. 1838. 11. 10
	        
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