Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

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Il. Materia medica und Toxikologie, 
puncte schiessen schnell, gerade in entgegeugesetzten‘ Richtun- 
gen, 2 oder 4 schwertförmige Krystalle an; an den Rändern 
derselben entstehen neue, die wieder in graden, rechten Win- 
kein abgehen. Indem so sich immer neue Krystalle an die 
ältern ansetzen, entstehen regelmässige Vierecke. Den Ty- 
pus dieser Krystallform findet man noch in der 6. mit Wasser 
gemischten Verdünnung; es bilden sich hier keine schwertför- 
migen Krystalle mehr, aber halb dursichtige yicht scharf be- 
gränzte Kügelchen reihen sich so aneinander, dass die Vier- 
ecke deutlich zu erkennen sind, — Diese wenigen Beobach- 
tungen überzeuzen den Verf, vollkommen, dass die homöopa- 
thischen Arzneibereitungen selbst in hohen Verdünnungen, die 
Stoffe noch enthalten und dass nur Mangelhaftigkeit der Instru- 
mente nicht gestattet, sie bis dorthin zu verfolgen. Der Zwei- 
fel an Existenz eines‘ Medicaments in der höhern Verdünnung 
ist beim Verf. schon längst verschwunden, das Wunder der 
Wirkung derselben liegt nicht in der Quantität, sondern in der 
Qualität des Mittels; Arznei und erkrankter Organismus müs- 
sen harmoniren., — Kine Interessantere Frage warf sich S. bei 
diesen Beobachtungen auf, Er war nämlich überzeugt, dass 
die Masse der sich bildenden Krystalle nicht vom Minimum 
des beobachteten Arzneikörpers kommen könne, sondern dass 
dies vorzugsweise der damit verriebene Milckzucker sei. Aber 
wie kommt es, dass derselbe mit Cupr. met. in dendritischer 
Form, Cuprum acet, in Nadeln und Büscheln krystallisirt, 
während er für sich im Wasser in Säulchen anschiesst, mit 
gerade oder schief abgeschnittenen Enden und scharfen Kanten, 
die ziemlich von gleicher Länge‘ und Form sind? Dass bei 
Krystallbildung Electricität die Hauptrolle spiele, ist bekannt, 
ob aber ein Körper in Verbindung mit einem andern seine 
Krystallform verlieren und jenen Typus des obgleich nur in 
weit geringerer Masse beigesetzten fremden Körpers annehmen 
könne, davon weiss S. nichts und doch scheinen die verän- 
derten Krystalle des Milchzuckers, je nachdem sie rein mit 
metallischem oder essigsaurem Kupfer gerieben sind, etwas 
der. Art zu beweisen, [Hygea, Zeitschr. f; Heilk, Bd, VII. 
Hft. 1.) 
43. Zertheilbarkeit der Arzneien;* vom Hofme- 
dieus Dr. Bruecrk in Osnabrück. In den Zusammenkünften 
mehrerer befreundeten Aerzte in Osnabrück war bei Bespre- 
chung der Homöopathie oft der Zweifel geäussert worden, ob 
wohl je auf physicalischem oder chemischem Wege die hohen 
homöepathischen Zertheilungen von Arzneien nachweisbar sein 
würden? Als 1836 Döbler mit seinem Hydroorygengas-Mi- 
kroscop nach Osnabrück kam, das, wie bekannt, ungeheure 
Vergrösserung darstellen kann, äusserte B. gegen Döbler 
den Wunsch, er möge mit millionenfachen Verdünnungen von
	        
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