Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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Neueste Bibliographie, 
Tagelöhner verfiel im December 1836 plötzlich. und ohne; er- 
mittelte Ursache oder vorhergegangene Krankheit in heftige 
Tobsucht, so dass er nicht nur Fenster und Ofen zerschlug, 
sondern auch seinen Vater umbringen wollte. Nachdem dieser 
Zustand einige Tage angehalten, wurde K. herbeigerufen, Er 
fand den Kranken im vollen Wahnsinn, Die unreine, dick 
belegte Zunge und übler, saurer Geruch aus dem Munde ver- 
anlassten den Verf., sogleich eine Lösung von 6 Gran Tart. 
emet. in schnell auf einander folgenden Gaben zu verordnen. 
Nach einigen Stunden traten starke Ausleerungen ‚durch Erbre- 
chen und Stuhl ein, worauf die Geisteszerrültung wie wegge- 
zaubert war, so dass Pat. Tags darauf wieder ganz vernünftig 
und gesund’ war und dies auch nachher geblieben ist. Der 
Verf. bemerkt dabei, dass der noch lebende Vater des Kran- 
ken, der jetzt grauen Staar hat, vor etwa 15 Jahren in einem 
ähnlichen Anfalle von Wahnsinn von ihm behandelt worden 
ist, indem sich derselbe den Hals abschneiden wollte, wobei 
das Messer aber nur eine Hautwunde am Halse hervorbrachte, 
die durch blutige Naht vereinigt und geheilt wurde. Auch bei 
diesem wurde damals die maniatische Geistesstörung eben so 
rasch gehoben, ohne wieder zurückzukehren. [Med, Zeit, 
„. Vereine f. Heilk, in Pr. 1837. Nr. 47. ] 
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Neueste Bibliographie. 
Specielle ‘Nosologie und Therapie. Nach dem 
Systeme eines berühmten deutschen Arztes und Professors. 
Herausgegeben von Dr. Carl Ludwig Reinhard. In zw ei 
Bänden. Erster Band, Die acuten Krankheiten, 
Würzburg. In der C. C. Etling er’schen Verlagsbuchhand- 
Jung, 183% gr. 8. XIV. u. 487 Seiten. Zweiter Band, 
Die chronischen Krankheiten, Ebendaselbst. 1836. AM. 
u. 528 Seiten. 4 Rıhlr. 16 Gr. 
So schätzbare Schriften man auch über die specielle Therapie besitzt, 
zo glanbte doch der Herausgeber des hier anzuzeigenden Werkes, wie der- 
selbe in dem Vorworte angiebt, durch Herausgabe dieser speciellen Nosolo- 
gie und Therapie dem ärztlichen Pnblienm keinen unangenehmen Dienst zu 
erweisen. Es ist nämlich dieselbe meist nach den Vorträgen eines seiner 
Lehrer (— ®,. Autenrieth —), der längst den grössten Ruf vor sich her- 
irng, nicht ohne Mühe zusammengestellt worden und das Werk euthält so 
viele Abweichungen, sowohl von den herrschenden Vorstellungsarten über 
Sitz, Wesen eic. der Krankheiten, als anch von dem gewöhnlichen Curver- 
fahren , dass, abgesehen von der Brauchbarkeit dieses Werks {ür den Pra- 
etiker, besonders wegen des Nutzens, den es für die gesammte Medicin als 
Wissenschaft und Kunst leisten wird, der Herausgeber die Bekanntmachung 
desselben nicht nur für entschuldigt, sondern gewissermassen für eine Pflicht 
hält. — Vergleicht Ref, dieses Werk, welches sich im ‘ersten Theile 
über die gesamnmunien acatea, im zweiten üher die chronischen 
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