Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
von frischem Thane, doch überzeugte er sich später, dass eine 
hölzerne Form nach Art eines Stiefels, die in verschiedene 
Theile zerlegbar ist, dazu am besten passt. Nur muss sie an 
der Fussspitze offen seyn, damit man während dem Eingiessen 
des Gypses den Fuss gerade richten kans. Gut ist es auch, 
wenn man die hölzerne Form, in die man den Fuss legt, vor 
dem Eingiessen des Gypses mit Oel oder Fett bestreicht, da- 
mit nach dem Gusse sie sich wieder leicht vom Gypse löst. 
[Heidelb, med. .Annalı Bd. 1IT, ft, 4.) 
IY, GYNAEKOLOGIE und PAKEDIATRIK, 
232. Selbstwendung eines todtgebornen Kin- 
des; vom Kreischirurg Cuosser in Malmedy. Kine Mutter 
von sechs lebenden Kindern hatte seit mehreren Jahre gekrän- 
kelt und an herumziehenden Schmerzen gelitten; bei der Unter- 
suchung fand C. Schwangerschaft, die Conjugata sehr eng, den 
Muttermund geöffnet, den Kopf vorliegend- und die Wehen sehr 
häufig, die Geburt aber rückte eines beträchtlichen Hängebau- 
ches wegen nicht voran, Bei mehreren Versuchen zur Wen- 
dung gelang es nicht, die Füsse zu erreichen, Die Frau war 
sehr schwach und nach einer Berathung wurde beschlossen, 
noch einige Stunden zu warten, dann die Perforation zu ma- 
then, Als dazu geschritten werden sollte, fand C. den Kopf 
nicht mehr, sondern bei weiterm Eindringen einen Fuss, wel- 
then man leicht herausziehen konntez eben so leicht wurde 
der zweite Fuss gefunden und heraus befördert; der Körper 
folgte bald mach, aber der Kopf wurde mit Mühe entwickelt, 
das Kind war todt. Die Placenta folgte bald von selbst. Die 
Frau starb am fünften Tage, [Casper’s Wochenschr, f. d, 
yes, Heilk. 1838. Nr. 11.] 
233. Verwachsung des Gebärmuttermundes. — 
Kaiserschnitt; von Dr. Kı1cKeRMmAnN zu Bernstein. Eine 
38jährige Frau war drei Mal glücklich von lebenden Kindern, 
das vierte Mal aber durch die Wendung von einem todten 
Kinde entbunden worden. In der fünften Schwangerschaft 
hatte sie häufig über Unwohlsein und Schmerzen tief im Unter- 
leibe geklagt. Die Zeit der Geburt war herangekommen und 
nachdem die Frau zehn Stunden unter gelinden Wehen gekrei- 
set hatte, wurde sie plötzlich kalt, während sie fast unaufhör- 
lich erbrach und viel trank. Die Hebamme konnte keine Oeff- 
pung des Muttermundes. entdecken, und unter der Erwartung, 
dass dieselbe eintreten werde, verliefen 32 Stunden, bevor K. 
herbeigerufen wurde, Er fand die Kreissende mit dem Tode
	        
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