Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

All, Chirurgie und, Ophthalmologfes 429 
und dunkel geröthet, Die Geschwülste auf der rechten. Stirn- 
und Schläfegegend waren blass und zusammengefallen, es fand 
sich, dass sie aus dem Systeme der Capillargefässe hervurge- 
gangen waren und gegen Erwarten enthielten sie keine erwei- 
terten Venen oder Arterien, auch trat kein grösseres Gefäss in 
sie ein. Die grösste von den Geschwülsten auf der Stirn schien 
aus Blut- und Markschwammsubstauz zu bestehen und wog 
9 Drachmen 44 Gran. In dem Pericranium und einer kleinen 
Strecke der äussern Platte des Stirnbeins waren die kleinen 
Gefässe mit Blut, wie mit einer Wachsmasse erfüllt. An der 
Parotis beiderseits war ein kleiner Theil der Spitze neben dem 
Ohre angeschwollen, verhärtet und tubereulös, [Beitr. z. pract. 
Heilk. vo. Clarus u. Radius, Bd, IV, Hft, 4.) 
198. Operatio aneurysmatis spurit arteriae 
brachialis; vom M. R, Dr. UrzıcH in Coblenz. Die Arm- 
schlagader eines kräftigen‘ 30jährigen Mannes war beim Ader- 
Jass während ‚einer Gehirnentzündung von der Lanzeite getrof- 
fen worden, Ungeachtet der bedeutenden Geschwulst des Ober- 
arms blieb das Uebel während der ersten 14 Tage unerkannt, 
U. sah den Kranken‘ erst am 21. Tage und fand den ganzen 
Oberarm fast bis zur Achselhöhle geschwollen, jedoch lag die 
Geschwulst hauptsächlich an der innern Seite des Oberarms und 
reichte nicht viel über die Plica cubiti hinab, wahrscheinlich 
in. Folge der mehrere Tage fest angelegt gebliebenen Aderlass- 
binde. Der Vorderarm war ödematös, der Puls am Handge- 
Jenke kaum fühlbar und das Klopfen in der aneurysmatischen 
Geschwulst nur bei starkem Drucke wahrzunehmen. Die Haut 
hatte eine bläulich-gelbe Färbung wie nach Sugillationen. U. 
erklärte: dass der Kranke nur durch eine Operation erhalten 
werden könne. Drei Tage später ward diese vorgenommen, 
nachdem zuvor der Stamm der Arteria brachialis durch ein 
unterhalb der Achselhöhle angelegtes Tourniquet gesichert wor= 
den war. Durch einen vier Zoll langen Schnitt an der innern 
Seite des Arms eröllnete U. die Pulsadergeschwulst und ent- 
fernte dann mit dem Finger viel geronnenes, schwarzes Blut, 
nach dessen Beseitigung man aus der Tiefe hellrothes Blut reich- 
lich hervorquellen sah. .Da diese arterielle Blutung auch nach 
festerem Zuschrauben des Tourniquets nicht nachliess, so musste 
die Armschlagader in der Wunde selbst comprimirt werden, bis 
es allmählig gelang, etwa drittehalb Zoll oberhalb der Armbeuge 
den Stamm frei zu legen und eine Ligatur darunter zu bringen, 
Diese anscheinend so leichte Operation war wegen der bedeu- 
tenden Veränderung, welche die Theile durch das Aneurysma 
erfahren hatten, sehr schwierig. Die Hauptschwierigkeit lag 
in der parenclıymatösen Blutung, welche mehr venöser als arte- 
rieller Art zu seyu scheint und welche man am wenigsten durch 
Ligaturen stillen kann, da die Gefässwände so fest mit den
	        
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