Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 401 
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anhielt, Am 24. Juni 1827 stürzte sie in der Kirche plötzlich 
nieder und nachdem der Paroxysmus 1 Stunde gedauert hatte, 
richtete sie sich freiwillig auf und konnte langsam nach Hause 
gehen. Einige Stunden später trat der Anfall abermals ein, 
Das aufgetriebene Gesicht war dies Mal bleich und verzerrt, 
die Augen starr, von den oberen Augenlidern nur halb bedeckt, 
die Pupille weit geöffnet und fühllos, der Puls klein, härtlich 
und schnell. Unter den fürchterlichsten Zuckungen wurde mit 
einem Male der Unterleib des Mädchens über + Schuh hoch 
aufgetrieben, was sich + Stunde mit jeder Minute steigerte, als 
wenn die Bauchdecken zerspringen wollten, Der Unterleib 
sank dann allmälig zusammen, dagegen verengte sich sichtbar 
die Brusthöhle, indem sich die Spitze des Brustbeins einwärts 
zog. Nach einer Stunde liessen die Zuckungen nach, die Dau- 
men öffneten sich, die krampfhaften Gesichtszüge verschwanden, 
die Augenlider schlossen sich, der Puls wurde ruhiger, weicher, 
grösser, das Athmen natürlicher und tiefer, kurzer, tiefer Schlaf 
und warmer Schweiss folgten auf den Anfall, Ausser dem Pa- 
roxysmus fand Vf.‘ am dem leidenden Mädchen hohle, blaue 
Ringe um die Augen und eine oft wechselnde Gesichtsfarbe ; 
nach der verschiedenen Nahrung war sie bald hartleibig, hald 
bekam sie Durchfall. Am besten hatte sie sich bisher befun- 
den, wenn sie kalte Milch genoss; harte Speisen dagegen erreg- 
ten oder vermehrten ihre Krankheitszufälle. — Die angegebenen 
Symptome deuteten auf Darmwürmer; allein da das Mädchen 
vor Beginn der Krankheit aus einer Wiesenquelle getrunken 
hatte, so vermuthete Vf. ausser Würmern noch etwas Fremd- 
artiges , Lebendes, Deshalb liess er am 24. Juni Nachm, 1 Uhr 
stündlich abwechselnd nehmen bald Calomel gr. j., Rad. jalapı 
gr. Iv., bald einen Esslöffel voll: Rec. Pulv. sem. cinae 3ß., 
Fol. sennae Jivo, Ebull. c. aq. font. 3vj. Col. refrig. adde 
Ol amygdal, dulc., Mucil. g. mımos. ana 3}. Syrup. amygd. 
dulc. 3j% Abends 8 Uhr stellte sich ein + Stunde dauernder 
Anfall ein, nach welchem Pat, die Mittel fortsetzte, sich aber 
bald schlafen legte und auch ruhig schlief. Am 253. Juni stellte 
sich kein Anfall ein, das Mädchen ging zum Grasen und musste 
sich hier öfters niederkauern, da sie Trieb zum Stuhlgange fühlte, 
Nach einer halbstündigen Qual erfolgten 10— 12, erst gelbe, 
wässrige und schleimige Darmausleerungen mit 2 grossen Spul- 
würmern, dann kam Etwas, was sich wie ein schneidender 
Stein im After einklemmte. Das Mädchen suchte dies durch 
einen Pflanzenstengel herauszubefördern, der aber dabei zer- 
brach; endlich wurde es doch unter fürghterlichen Schmerzen 
im After herausgedräugt und war ein, eine Spanne langes, in 
mehr Schleim als Blut steckendes, anfänglich nur wenig, bald 
aber sich mehr regendes Thier wie eine Otter, mit einem grün- 
lichten Kopfe von der Grösse einer Kartoffel, grossen Augen, 
Summarium d. Medicin. 31838. 1. 26
	        
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