Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 393 
rte 
1ar 
Alm 
[f= 
rt- 
‚ar 
ge 
ler 
‚en 
ief 
‚en 
‚en 
nd 
ils 
are 
‚pe 
die 
‚ch 
ah, 
ihe 
ich 
"en 
19 
U 
Ol= 
Zes 
en, 
aln 
ille 
ten 
2358 
so 
zZ 
ig- 
AN 
aer 
das 
388 
au- 
des 
ich 
ehr 
der 
UN= 
ant 
und behandelt, ursprünglich Rachencroup ist. In dieser Ueber- 
zeugung fordert er die Aerzte auf, vorzüglich bei Kindern auch 
hei dem leichtesten Halsübel es nie zu unterlassen, sogleich den 
Rachen zu untersuchen, besonders die obere Spitze der Man- 
deln, an der vorzugsweise die Bildung der Pseudomembran an- 
fängt, denn erkennt man das Uebel erst später, so hat vielleicht 
die Haut schon die ganze Oberfläche der Mandeln, das Zäpfchen 
und überhaupt den ganzen Rachen umsponnen, oder hat sich 
selbst auf die Respirationswege ausgebreitet, was fast unver- 
meidlich den Tod zur Folge hat. Die Hartnäckigkeit, mit der 
das Uebel den mehrsten Mitteln widersteht, bewies der eine 
der erwähnten Fälle dadurch, dass 8 Tage Brechmittel, erwei- 
chende Mundwässer, Pinselsüfte mit Borax und erweichende 
Umschläge ganz erfolglos angewendet wurden und in weitern 
5 Tagen es nur gelang, durch Betupfen mit Höllenstein, das 
übrigens nur einmal geschah, öfteres Bepinseln mit Sol, lapid. 
infern. und innerliche Anwendung des Calom, die Pseudomem- 
bran theilweise zur Losstossung zu bringen und diese Häute 
sich neu bildeten, bis am Ende der erwähnten Zeit, nachdem 
der Croup in den Respirationswegen dazu gekommen, der Tod 
erfolgte. Im zweiten Falle trennte sich die Pseudomenibran, 
die gleich nach ihrem Entstehen entdeckt wurde und nur die 
Grösse einer in der Quere durchschnittenen Bohne erreicht hatte, 
nachdem mehrmals eine Paste von Alaun aufgetragen und 3 Tage 
hinter einander die trockene Stelle mit Höllenstein stark bestri- 
chen und Calomel innerlich gegeben worden war, erst am sech- 
sten Tage theilweise und verlor sich am achten oder neunten 
Tage vollends, nachdem’ sich vorher mehrmals dünne, weiche 
pseudomembranöse Ueberzüge gebildet hatten, — Die gegen 
Racheneroup gerühmten örtlichen Mittel sind su mannigfaltig, 
dass der Arzt, der dies Uebel noch nie behandelt hat, leicht 
in Zweifel kommen wird, welches derselben er vorziehen muss, 
abgesehen von der Frage, ob man Blut lassen und Calomel oder 
welche andern Mittel man innerlich geben soll. Soll man Ca+> 
Jomel einblasen, Alaunpaste auftragen, Pinselsäfte mit Alaun, 
Borax oder Schwefelsäure anwenden, mit Sol. lap. infern. die 
kranke Stelle bepinseln oder mit reinem Lapis infernalis oder 
concentrirter Salzsäure kräftig cauterisiren ? Der Vf. rathet drin- 
xend nicht mit leichten Mitteln die kostbare Zeit, wo noch 
Rettung möglich ist, zu vertändeln, sondern immer gleich ein- 
greifende örtliche Behandlung eintreten za Iassen, Ist die Pseu- 
domembran nur etwas fest geworden, so hält B. die Alaunpaste, 
die Pinselsäfte und selbst die Sol, Zap. infern. für unzuverlässig 
und rathet gleich zur wirksamen Cauterisation der kranken 
Stellen zu schreiten, wenn sich nicht die gleich zu erwähnenden 
Fälle vorfinden, wo noch entschiedeneres Eingreifen der Kunst 
nöthig wird, Von Wirkung der concentrirten Salzsäure hat B.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.