Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

386 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
nichts aus. Bei der Section, 24 Stunden nach dem Tode, fand 
man die ganze Oberfläche des Hirns mit zähem, serösem Kxsu- 
date bedeckt, eben so enthielten auch die Hirnhöhlen mehr seröse 
Flüssigkeit, als im Normalzustande, Bei Eröffnung der Rücken- 
markshöhle, fand sich ebenfalls viel Serum zwischen Neurilem 
und Marksubstanz, besonders in der Gegend der Lendenwirbel, 
angesammelt; aus dem obern Theile des Kanals war es jedoch 
bei Herausnahme des kleinen Hirns aus dem Foramen magnum 
ausgeflossen. Die Lungen wareu beiderseits, wohl in Folge 
früherer Brustübel, sehr fest mit der Rippenpleura verwachsen, 
die Substanz aber, so wie Herz und grosse Gefässstänme ge- 
sund, Das Ende des Dünndarms, so wie das Cöcum fand man 
leicht geröthet. Auf der Schleimhaut des erstern sah man aus- 
ser vielen aufgewulsteten verdickten Stellen mehrere theils Hä- 
chere, theils tiefer gehende Darmgeschwüre. Dieser Fall ge- 
hört zu den Vorläufern der einige Monate später aufgetretenen 
Epidemie des T'yphus ulcerosus intestinalis, doch fehlte hier 
der später stete Begleiter der Kranklıeit, nämlich der Meteoris- 
mus. Die Section aber bewies, wie leicht bei dieser Krank- 
heit das Rückenmark ınit leidet und als metastatischer Ablage- 
rungsort bei Lysis derselben, selbst bei anscheinend ganz gün- 
stigein Ausgange, dient. — VII Ebenfalls am 6. März 1834 
kam ein an einem remittirenden Fieber leidender Musquetier in 
Behandlung. Das Fieber exacerbirte Abends stark und war 
mit gastrischen Beschwerden, Kopfschmerz, belegter trockener 
Zunge, Appetitlosigkeit, Druck in den Präcordien, etwas. auf- 
getriebenem Unterleibe, Verstopfung und grosser Schwäche ver- 
bunden, Schon vor Aufnahme ins Spital hatte Pat. mehrere 
Anfälle vom kalten Fieber, doch nicht regelmässig gehabt. Ver- 
ordnet wurde Inf, rad. Rhei mit Aqu. orymur., zum Ge- 
ıränk Wasser mit Essig und leichte Kost. Nach 8—10 Tagen 
waren bei dieser Behandlung die gastrischen Beschwerden ge- 
hoben und der davon abhängige Fieberzustand gemindert, doch 
blicb der Puls gereizt, klein und das Ansehen des Kranken 
leidender, blässer, als es der erleichterte Zustand mit sich 
brachte, weshalb er sehr genau beobachtet wurde, Am 18. 
März klagte Pat. zum ersten Male über rheumatischen Schmerz 
in der Lumbalgegend und da die Stelle weder geschwollen war, 
noch sich heiss anfühlte und nur bei Bewegung schmerzte, 80 
legte man ein Vesicator dahin, wonach der Schmerz zwar 
vachliess , doch Dysurie, wahrscheinlich in Folge der Cantha- 
riden, eintrat. Da dieser Zufall heftig, von grosser Ge- 
fässaufregung begleitet war und den Schlaf raubte, so setzte 
man 3" Stück Blutegel über den Schambeinen, liess warm ba- 
d--  wurialsalbe einreibem: und innerlich eine Saturation mit 
\ und Extr. hyosc. nehmen. Gleichwohl blieb da- 
als nach sehr fieberhaft aufgeregt, der Unterleib war
	        
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