Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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V. Staatsarzneikunde, 
351 
Von. jetzt an befand sie sich in einem Jleidenden, wie Wwasser- 
süchtigem Zustande. Kndlich befragte sie nach. 19 Monaten 
grossen Leidens M. welcher die Operation unternahm. Zwei Tage 
vor der Operation machte er die Punction mit einem gewöhnlichen 
Troikar, um die Wässer zu entleeren, besonders in der Absicht, 
um die Kranke weniger anzugreifen, [Fahrb. d. in - u. ausl. ges. 
Med. Bd. XF II. Hft. 3. nach: Bull, de Therap. T. XI} 
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VY. STAATSARZNEIKUNDE, 
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180. Wiederaufleben eines scheinbar todt ge- 
bornen und von der Mutter bereits vergrabenen 
Kindes; mitgetheilt vom G. M. R. Prof. Dr. WAGNER. Eine 
Dienstmagd auf einem Dorfe hatte die Schwangerschaft geständ- 
Jich verheimlicht, indem sie auf alle von ihren Umgebungen an 
sie gerichtete Fragen ausweichende Antworten gegeben , obschon 
sie von ihrer Schwangerschaft wirklich überzeugt war. Sie 
schlief in einer Kammer mit zwei ‚anderen Dienstmädchen, 
Eines Tages traten die Wehen ein, 80‘ dass die Schwangere 
ihre Arbeit einstellen musste. Auf Befragen gab sie an, dass 
sie heftige Schmerzen im Leibe fühle, welche von Erkältung 
herkommen möchten, und auch bei der Untersuchung hat sie 
beharrlich versichert ‚dass sie dies wirklich geglaubt und nicht 
daran gedacht habe, dass ihre Entbindung so nahe sei. In der 
Nacht nahmen die Schmerzen zu und gegen Morgen fühlte sie 
das Bedürfniss, ihre Nothdurft zu verrichten. Sie stand aus 
dem Bette auf und setzte sich auf einen in der Kammer ste- 
henden hölzernen Kübel, der damals gerade leer war, als das 
Kind aus den Geschlechtstheilen hervorschoss und in den Kübel 
fiel. Erst jetzt sah sie ein, dass ihr Zustand von den Geburts» 
wehen hergerührt habe. ; Das Kind sah sie nicht genau an, 
merkte aber, dass sich dasselbe nicht rühre und keinen Laut 
von sich gebe. Die Nabelschnur war bei der Geburt wahr- 
scheinlich abgerisses, und sie hatte dieselbe nicht unterbunden, 
Da das Kind sich nicht rührte und sie ihre Entbindung erst 
später erwartet hatte, 80 hielt sie dasselbe für eine todte Früh- 
geburt und trug den Kübel mit dem Kinde, wie es hineinge- 
fallen, nach einer etwa 30 Schritte vom Hause entfernten Sand- 
kuhle. Hier schüttete sie den Inhalt des Kübels in ein bereits 
vorhandenes Loch, ‚warf dieses mit Sand und Rasen zu, und 
drückte den Sand darüber mit der Hand fest, damit nicht Hunde 
dazu kommen möchten. . Auf diese Art hatte sie das Kind 
etwa einen Fuss tief unter die Erde verscharrt, war dann nach 
dem Hause und in ihre Kammer zurückgegangen, wo sie die bei- 
den Mägde noch schlafend gefunden und nun geweckt hatte, Sie
	        
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