Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

IL. Materia medica und Toxikologie. 359 
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beiden Kinder aber lagen im Bette, weil sie nicht aufdauern 
konnten. , Alle glichen mehr oder minder trunkenen Personen, 
am wenigsten waren aber die beiden Kinder ergriffen. Alle 
klagten über Schwindel, Benommenheit des Kopfes, Empfind- 
lichkeit der Augen und grosse Erschöpfung der Kräfte. Bei 
allen 6 Personen fand heftiges Erbrechen und Laxiren statt, 
auch klagten sie sehr über Kolikschmerzen, die nach dem Ge- 
nusse von Speisen und Getränken zunahmen. Der Puls war 
klein, frequent, und krampfhaft zusammengezogen , die Hände 
zitterten , : die Flechsen hüpften, das Ansehen war auffallend 
blass, die Augen matt und thränten sehr, der Durst sehr ver- 
mehrt und Eckel gegen alle Speisen vorhanden, Ueber die 
Veranlassung zur Erkrankung wurde mir nun Folgendes referirt: 
„Ahr Wohlsein sei bis gestern Mittags ungestört gewesen. Sie 
hätten nun Spinat gegessen und diesem Petersilie aus ihrem 
Garten zugesetzt. Bald nach dem Essen hätten sie ein eigen- 
thümliches Grimmen im Unterleibe, besonders in der Herzgrube, 
verspürt, das sich allmählig zu Kolikschmerzen gesteigert hätte. 
Hierzu hätten sich alsbald Schwindel, Benommenheit des Kopfes, 
Funken vor den Augen, theilweise Verwirrung der Sinne, end- 
lich Ueblichkeit, Erbrechen, Laxiren und grosse Erschöpfung 
der Kräfte gesellt, so dass sie gleichsam wie ohnmächtig und 
betrunken herumgelegen hätten. Mausmittel hätten gegen dies 
Uebelbefinden nichts gefruchtet, im Gegentheil sei dasselbe 
schlimmer geworden.‘ Unverkennbar schien im gegenwärtigen 
Falle die Krankheit durch ein Pflanzengift aus der Klasse der 
Umbelliferen erzeugt worden zu sein und mit Recht musste ich 
auf eine‘ Vergiltung mit Aethusa Cynapium schliessen, da 
andere Personen, die denselben Spinat genossen hatten, völlig 
gesund geblieben waren, Ich begab mich daher zunächst in 
den Garten, fand aber unter der noch anstehenden Petersilie 
durchaus keine Aethusa Cynapium. Demohnerachtet musste ich, 
da eine weitere Nachforschung nichts Näheres ergab, eine Pflan- 
zenvergiftung annehmen. Ich verordnete daher, da das statt- 
gefundene Erbrechen ein Brechmittel unnöthig machte, Essig- 
säure und Honig und liess beide, mit Wasser verdünnt, reich- 
lich trinken. Abends war auch Besserung eingetreten und ich 
glaubte, den richtigen Heilplan eingeschlagen zu haben. Den 
13. Juni früh 4 Uhr wurde ich eiligst gerufen, weil sich der 
Zustand bei J., seiner Frau, Schwiegermutter und der Magd 
wesentlich verschlimmert hatte, und zwar nach dem Genusse 
von Kaffee. Auffallend waren namentlich die Erschöpfung der 
Kräfte, das Zittern der Glieder und der trunkene Zustand, 
Unmöglich konnte dieser Krankheitszustand Folge eines ‘am 
Sonntage genossenen Pflanzengiftes sein, es musste eine andere 
Ursache zu Grunde liegen. Noch mehr wurde ich in diesem 
Verdachte bestärkt, weil ich auf der Schwelle der Hausthüre
	        
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