Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

340 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
Decocte , alle 4 Stunde ] Esslöffel voll, liess unausgesetzt eis- 
kalte Fomentationen aus Wasser, Essig und Salz über den gan- 
zen Bauch legen, und alle 3 Stunden ein Klystier aus Herb. 
Nicot. 3j. Rad, Valer., Sem. carvi ana 3j. geben, Am näch- 
sten Morgen fand H. in der Hauptsache Alles unverändert. Zwar 
war der Meteorismus sehr vermindert, und die Aufireibung des 
Oberbauches ziemlich verschwunden, aber Stuhlgang war nicht 
erfolgt und die Klystiere gingen immer allein wieder ab. Die 
kalten Fomentationen hatte der Kranke in den letzten zwei 
Stunden nicht mehr geduldet, weil sie ihm Frost verursachten. 
Der Puls was klein und sehr schnell. MH. verordnete abermals 
eine Emulsion aus Ol. Ricini und Ol. Croton, (gtt. ij.) mit 
Sal. mir. Glaub., alle Stunden 2 Esslöffel und alle 3 Stunden 
ein aus Herb. Belladonnae gr. j. (?) bereitetes Klystier, Hess 
zwölf Blutegel auf den Unterbauch legen und nach ihrem Ab- 
fallen den Kranken in ein laues Bad setzen. — Abends 
fand iho H. eher schlimmer, als besser. Hefiges und häufiges 
Erbrechen hatte sich eingestellt; die Blutegel hatten sehr gezo- 
gen, aber weder ihre, noch des Bades Anwendung den Kranken 
im mindesten erleichtert. Kurz nach dem ersten Klystiere hatte 
sich bedeutende Narcosis eingestellt, daher wurde mit Anwen- 
dung der übrigen innegehalten und H. fand den Kranken noch 
etwas betäubt mit stark erweiterten Pupillen. Sein Gesicht war 
vollkommen hippocratisch, mit dem dem Ileus eigenthümlichen 
Ausdruck, kühl, Hände und Füsse kalt, der‘ Bauch wie am 
Morgen und der Leib vollständig verstopft. Der Kranke klagte 
über heftige Leibschmerzen, besonders nach links, welche ihm 
vorzüglich in einzelnen Exacerbationen lästig fielen, und ein an- 
haltender Singultus quälte ihn sehr. MH. vermuthete eine Sper- 
rung des Lumens des Darmkanals aus mechanischer Ursache und 
verordnete wegen des Erbrechens und Singultus, über Nacht 
eine Mischung aus Liq. ammon. anis. mit Laudanum , tropfen= 
weise zu nehmen, warme narcotische Cataplasmen über den 
Bauch und alle 3 Stunden ein Klystier aus pulv. gt. asae foe- 
tidae 3j. Sal. mir. Glaub. 3j. mit Eigelb und Chamillenthee 
abgerieben. Am folgenden Morgen wurde berichtet, der Kranke 
habe eine ruhige Nacht gehabt, das Erbrechen und der Singul- 
tus hätten nachgelassen, auch wären mit einem Klystier etwas 
Fäces abgegangen. Jetzt verordnete H. Calomel mit Opium 
ımd Fortsetzung der Klystiere. “ Abends fand er jedoch den 
Kranken um nichts besser. Oeffnung war nicht erfolgt; der 
Singultus war noch da, das Erbrechen aber nur ein Mal wie- 
dergekehrt ; der Leibschmerz war erträglich, alle übrigen Sym- 
ptome aber deuteten auf einen völligen hoffnungslosen Zustand, 
H. liess die Cataplasmen und Pulver fortsetzen und Klystiere 
von warmem Leinöl geben, Am folgenden Morgen war Alles 
noch schlimmer, die Schmerzen in dem linken Hypogastrium
	        
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