Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

330 J. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Die Gesichtszüge waren Wöichst entstellt. Die, Heilung erfolgte 
binnen 6 Wochen, (Der Schluss, welcher noch 4 Krankheits- 
fälle mit den Sectionsberichten enthält, folzt im nächsten Hefte.) 
[Hufeland’s Journ, d. pract, Heilk. 1837. Dec.] 
155. Glückliche Heilung eines unter der Larve 
der Brustbräune (Syncope anginosa) aufgetre- 
tenen bösartigen Wechselfiebers; von Dr. Dorr- 
MUELLER, Hofmedicus und Amtsphys. zu Fürstenau bei Osna- 
brück, Am 30. März 1814 wurde D. zu einem 5 Stunden 
weit wohnenden Kaufmann gerufen, um mit dem Arzte dessel- 
ben über seine Krankheit zu berathschlagen. Das Resultat der 
Untersuchung war folgendes: der Kranke, in dem Alter zwi- 
schen 40 und 50 Jahren, von grossem, starkem Körperbau, leb- 
haftem Temperamente, befand sich seiner Handelsgeschäfte we- 
gen den grössten Theil des Jahres in den Niederlanden. Dort 
seit seinen Jünglingsjahren acclimatisirt, genoss er eine er- 
wünschte Gesundheit. Vor etwa 10 Tagen war er mit einem 
irregulären Fieber nach Hause gekommen, Zu diesem Fieber 
hatten sich nach einigen Tagen hefiiger, trockener Husten, 
Brustbeklemmung, Herzensangst, Gefühl von Spannung und 
Zuschnürung in der Kehle gesellt, welche Zufälle bei einiger 
Bewegung heftiger wurden, sich Abends zwischen 9 und 10 
Uhr bedeutend steigerten, um Mitternacht den höchsten Grad 
erreichten und den Tod durch Erstickung herbeizuführen drol- 
ten. In der Acme brach ein copiöser Schweiss aus und nach 
und nach milderten sich die qualvollen Zufälle. Der Puls zeigte 
sich weich und frequent, zwischen 90 und 100 Schlägen, die 
Zunge nach hinten mit einem weisslichen Schleime bedeckt; 
die Esslust mangelte. Die Leibesöffnung war verhältnissmässig 
genügend, der Urin setzte ein Sedimentum lateritium ab; in 
den obern Gliedinaassen äusserte sich ein krampfartiges Ziehen. 
— Was die Erkenntniss, Voraussage und Cur des Uebels be- 
traf, so war der behandelnde Arzt mit D. völlig einverstanden 
darüber, dass die Krankheit ein bösartiges, verlarvtes Wech= 
selfieber sei, welches unter der Gestalt von Brustbräune und 
Stickfluss auftrete und im Anfall selbst, wenn die Fieberursache 
nicht bald gehoben würde, höchst wahrscheinlich den Tod her- 
beiführen werde, und dass, da die ersten Wege bereits ge- 
reinigt worden, die China regia aber in Substanz nicht ver- 
lIragen wurde, diese in einem concentrirten Decocte mit Aether 
sulphur, und Elixir, bals. temp. Hoffn, ausser dem Paroxys- 
mus, in demselben aber folgende Mischung genommen werden 
sollte: Rec. Emuls, sem. Papav. Unc. vi. Pot. Riverti Une. 
A, Extr, Opit aquosi gr. 18. Spir, muriat.-aeth. Dr. 3. Syr. 
Papav. alb. Une, 3. M. S. Stündlich einen Esslöffel voll zu 
nehmen, In den untern Theil der Brust wurde von folgender 
Salbe: Rec. Ung. Hydrarg. ciner, Dr. ij. Linim, volat. cum.
	        
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