Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

Pathologie, Therapie und medicmische Klinik, 327 
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bemerkt hatten. Wie man nun hört&, sollte Pat. vor dem Eio- 
tritte ins Militär am Weichselzopfe gelitten haben und derselbe 
abgeschnitten worden seyn. Obgleich man keine gegründete 
Ursache hatte, das erwähnte fieberhafte Uebel für noch ver- 
wandt mit jenem Weichselzopfe zu halten, so sprach doch der 
plötzliche Tod dafür, dass das Geschwür am Fusse für die 
Plica vicariirt habe und als Noli me tangere hätte angesehen 
werden sollen. Die Section ergab hier nichts. — WV. Kin 24- 
jähriger Musquetier kam den 19. Sept. 1832 wegen eines Ab- 
[Scegnes hinter dem rechten Ohre, der die Grösse eines der Läuge 
nach durchschnittenen Hühnereies hatte, von oberhatb des Pro- 
cessus mastoideus bis über die Grube unterhalb desselben reichte 
und kalt und unschmerzhaft , nicht verändert an Färbung der 
Haut und fast reif war, in Behandlung. Das Gehör Lit dabei 
nicht. Ueber die Ursachen dieses von keinem fieberhaften All- 
gemeinleiden begleiteten Abscesses wusste Pat, nichts weiter an- 
zugeben, als dass er vor Eutstehung desselben zuweilen Schmer- 
zen im Ohre gehabt, dabei aber immer seinen Dienst verrichtet 
habe, Da der Abscess hiernach mit keinem andern Leiden in 
Verbindung zu stehen schien, wurde er durch Cataplasmen er- 
weicht, wobei der Abscess je weicher, desto grösser wurde, 
so dass er auf den Ovaldurchschnitt eines Gänseeis gelangte, 
Er wurde darauf an der abhängigsten Stelle, wegen der ge- 
fährlichen Nachbarschaft des Zitzenfortsatzes, geöffnet, der Eiter, 
der ziemlich gutartig war und in demUmfange des Abscesses jn 
verhältnissmässiger Menge abfloss, herausgelassen und zur Ver- 
heilung der Eiterhöhle, die sich bei Untersuchung auf Caries 
ganz unverdächtig zeigte, Chlorkalklösung eingespritzt. Da die 
Wandungen der Höhle aber einige Zeit. danach nnch schlalf 
blieben und keine Neigung zeigten, sich mit dem Grunde zu 
vereinigen, so wurde die äussere von Haaren gereinigte Fläche 
nach Rust stellenweise. mit Argentum nitricum fusum so be- 
tupft, dass damit 4—53 Kreise, je von der Grösse eines Silber 
groschens, auf derselben beschrieben wurden, um dadurch er.- 
höhte Vitalität hervorzurufen und so die jetzt nicht viel Eiter 
absondernde Höhle ohne Spaltung derselben zu schliessen. Dies 
glückte aber nicht und ehe noch in Folge einer Consultation 
das Heilverfahren geändert werden konnte, wurde Pat., bei 
(sonst ungetrübtem. Wohlsein, am 23. Oct, früh plötzlich von 
|JApoplexie getroffen und starb, ungeachtet aller Rettungsmittel, 
wobei auch selbst die Infusion einer Sol, Tart. emet, nicht 
unversucht blieb, nach kurzem Todeskampfe röchelnd soporös. 
Wie sehr man sich über den plötzlichen Tod wunderte, so 
jmerk würdig war auch das Ergebniss der Section, das den 
Abscess als symptomatischen oder Congestionabscess höchst ei- 
gener Art characterisirte. Bei Eröffnung der Schädelhöhle zeig- 
ten sich nämlich zuerst an mehrern Stellen sehr dichte Adhäsio-
	        
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