Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

fi. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 323 
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zu erkennen war, schwamm in zähem, weiss-grauem Eiter, der 
von hieraus die ganze untere Fläche des Zwerchfells überzog. 
Das Parenchym der Leber bestand aus lauter leicht zerreissba- 
ren Eitersäcken, die die Grösse gewöhnlicher Gallenblasen hat- 
ten und dicken weissgrauen Kiter enthielten. Die Gallenblase 
war übermässig gross, mit Galle angefüllt, das Netz fast ganz 
in Eiter aufgelöst, der Magen sehr mürbe, so dass die Häute 
unter den Fingern nach mehreren Richtungen hiu zerrissen, die 
Milz ums Doppelte des natürlichen Umfangs vergrössert, höchst 
turgescirend , im Innern aber schon kleine Eiterpuncte enthal- 
tend, das Pancreas ebenfalls krankhaft vergrüssert, die Nieren 
nicht auffallend verändert; da, wo das Heum ins Cöcum über- 
geht, riss der Darm beim Aufheben quer durch. Die Lungen 
waren gesund, nach hinten aber fast untrennbar verwachsen, 
Der Herzbeutel enthielt mehr als gewöhnlich Flüssigkeit, Das 
Herz war sehr fettarm und an der dem Zwerchfell correspon- 
direnden Fläche mit sehnenartiger Haut überzogen. Aus diesem 
Befunde erhellt, dass die durch die ursprünglich fehlerhafte 
Nerventhätigkeit im Unterleibe begründete Atonie der Bauchein- 
geweide allmählig jene hartnäckige Obstruction des Pfortader- 
systems und besonders das Leiden der Leber und Därme ver- 
anlasst hat, Die krankhafte Beschaffenheit des Magens war 
wohl Folge des nach eigener Verordnung gegen Lues häufig 
gebrauchten Quecksilbers. Die ungewöhnliche Grösse der Milz 
scheint sich theilweise aus der ausserordentlichen Verderbniss 
der Leber erklären zu lassen, für die sie unter diesen Umstän- 
den vermittelnd als Vicarlirorgan bestanden zu haben scheint, 
denn die Art. splenica war sehr beträchtlich weit, das Paren- 
chym der Milz höchst turgescirend und so scheint die Annahme 
physiologisch gerechtfertigt, dass sie im grössern Umfange als 
gewöhnlich die chemische Veränderung des Bluts, das ihr durch 
die „Arteria splenica zur Bereitung der Galle, die bei höchst 
zerrütteter Beschaffenheit der Leber doch in grosser Menge vor- 
landen war, zugeführt wird, auf dem Wege durch die Fena 
splenica vermittelt habe, Sehr merkwürdig war die anschei« 
nende Geringfügigkeit der im Leben zugegen gewesenen Sym- 
ptome im Vergleich zu diesem unvermutheten Leichenbefunde, 
— 11. Ein Musquetier empfand im Herbste 1831 nach einem 
Sprunge über einen Graben plötzlich stechenden Schmerz in der 
Gegend der Lendenwirbelbeine. Da er sich darauf aber wie- 
der wohl befand und fortdienen konnte, beachtete er dies nicht 
eher; als drei Wochen nach jenem Sprunge, wo sich an der 
‚rechten Seite des Unterleibs, dicht über dem Ligamentum Pou- 
'partii, eine kleine runde Geschwulst bildete, die einem entste- 
henden Leistenbruche sehr ähnlich war, weshalb, da sie sich 
auch scheinbar zurückdrücken liess, zur Retention ein Bruch- 
band angelegt wurde. Pat. diente darauf noch einige Zeit, 
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