Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

“Jo: 
A 
1) 
des Neuesten und Wissenswürdigsten 
aus der 
gcesanzn.ten Medicin 
zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte. 
14. Miirz 1838. 
AS 6. 
I. PATHOLOGIE , THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
154. Unvermuthet plötzliche Todesfälle und 
deren auffallende Sectionsergehnisse; vom Garni- 
son-Staabsarzte Dr. Trusen zu Posen. Schor Boerhaave 
meinte, dass es von grossem Nutzen sei, wenn die Aerzte das, 
[as ihnen in der Praxis fehlgeschlagen, freimüthig mittheilten, 
und wirklich dürften dergleichen fehlgeschlagene Heilversuche 
in wichtigen Krankheiten oft nützlicher seyn, als die Auprei- 
sung neuer, noch nicht hinreichend bewährter Mittel, oder die 
Darstellung von manchen, angeblich glücklich geheilten Uebeln, 
In diesem Sinne theilt T. nachfolgende, unvermuthet plötzliche 
Todesfälle aus der Hospitalpraxis und deren auffallende Sections- 
ergebnisse mit, die von Neuem die alte Erfahrung bestätigen, 
[des eine Krankheit lange schon eine sehr bedeutende, ja un= 
abwendbar tödtliche Ausbildung erreicht haben und dach ganz 
Jatent seyn kann. I. Ein Pionier wurde am 21. Sept. 1828 an 
Ascites leidend ia Behandlung genommen und von diesem Uebel 
Ende October bis auf einige allgemeine Kürperschwäche geheilt, 
Das Befinden in der Convalescenz liess baldige gänzliche Gene- 
sung hoffen, wurde aber, am 7. Nov., bei sehr veränderlicher, 
nasskalter Witterung, durch hefıigen Ohrenschmerz unterbrochen, 
Pat. klagte über Spannen zu beiden Seiten des Halses, nach 
dem Nacken zu zuweilen auch über Stiche und Sausen im Ohre, 
Hitze aber war äusserlich nicht wahrzunehmen. Das Uebel 
wurde als acuter Rheumatismus bis zum 9. Nov. innerlich und 
äusserlich antiphlogistisch behandelt, worauf einige Erleichte- 
rung, doch nicht völliger Nachlass der Beschwerden eintrat, 
als an diesem Tage plötzlich soporös-apuplectischer Zustand 
mit röchelndem Athem sich einstellte und ungeachtet aller 
‘schleunigst und beharrlich angewandten und passenden Mittel 
den Tod plötzlich herbeiführte. Bei der Section am andern 
/Tage ergab die Schädelhöle weit verbreitete Eiterung zwischen 
"der Gyris cerebri, an der ganzen untern Fläche des Gehirns, 
Summarium d. Medieiu. 3838. 1 21
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.