Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

[V. Gynäkologie und Pädiatrik, ; 
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einen Polypen hätte halten können, wenn man nicht bei höhe 
rem Einführen des untersuchenden Fingers gefunden hätte, dass 
derselbe nach vorn und links mit der inneren Gebärmutterwan- 
dung zusammenhing. Wie es bei solchen fibrösen Geschwül- 
sten gewöhnlich ist, kamen auch periodisch wehenartige Schmer- 
zen hinzu, welche den Muttermund erweiterten und das runde 
Ende der Geschwulst in denselben hineintrieben, Die sorgfältigste 
Behandlung war nicht im Stande, die Gebärmutterblutflüsse zu 
heben und die Kranke starb nach. einem Vierteljahre. Die 
Section ergab Folgendes: der Uterus war durch die in ihm ent- 
haltene Geschwulst bis zu einer Länge von 8 Zoll ausgedehnt, 
seine Wandungen übrigens gesund; die in dem Uterus enthal- 
tene fibröse Geschwulst war länglich und füllte die Höhle des- 
selben von dem Fundus bis in das Orificium aus. An der rech” 
ten Seite lag die Geschwulst ungefähr zwei Drittheile ihres Um- 
fanges frei, an der linken Seite und nach: vorn hing dieselbe 
aber io der Breite eines Drittheils ihres Umfanges und ia ihrer 
ganzen Höhe so fest mit der Wand des Uterus zusammen, dass 
man deutlich erkannte, wie sie mit der Masse derselben innigst 
verschmolzen und von der Schleimhaut derselben. überzogen set. 
Da, wo die Gebärmutter durch einen Längenschnitt geöffnet 
wurde, fand sich ausserdem in der Wandung eine kleine Höhle 
und ‚in derselben liegend ein kleiner fester Körper von der 
Grösse einer Bohne, und es war nicht unwahrscheinlich , dass 
die fibröse Geschwulst dadurch ‚entstanden sei, dass eiu solcher in 
der Wand liegender Körper durch allmähliges Wachsen die innere 
Wand in die Gebärmutterhöhle hineindrängte und 80 bis zu dieser 
Grösse anwachsen konnte. — Zugleich giebt dieser Fall Veranlas- 
sung gegen das allzufrühe und übereilte Operiren der Polypen zu 
aprechen, indem ia manchen Fällen die Polypenbildung gleichsam 
als Ableitung eines anderen Uterusleidens dient und die Operation 
stets nur nach sorgfältiger Erwägung der Umstände und Feststel- 
Iung der Indication vorgenommen werden muss, [|/Neue Zeitschr. 
f. Geburtsk, v. Busch, d’Outrepont u. Ritzen, Bd. V. Bd. 2.1 
352. Gastropathia und Gastromalacia; vom Prof. 
Dr. Buscu. (A. d. Ber, der geburtshülfl, Klinik an d. Uni- 
versität zu Berlin vom 1. Oct, 1829 bis 31. Dec, 1835). Die 
seltene Krankheit . der Neugebornen, die Magenerweichung, 
kam in den übrigen Jahren nur in 3 Fällen, während des heis- 
sen Sommers in Jahre 1834 aber so häufig vor, dass 26 Fälle 
beobachtet wurden. Es war vorzüglich die zweite Hälfte die- 
ses ungewöhnlich heissen und trockenen Sommers, in welcher 
diese Krankheit so ungemein ausgebreitet und bösartig auftrat, 
dass eine bedeutende Sterblichkeit unter den Kindern eintrat. 
Als ein günstiges Resultat kann es daher angesehen werden, 
dass in der geregelten Pflege der Entbindungsanstalt nur 1 Kind,
	        
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