Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

316 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
Hemmer in Schmalkalden. Am 253. Jan. 1830 wurde H. zu 
einer Frau gerufen, die am Morgen ein gesundes Mädchen sehr 
schnell geboren hatte, Die Nachgeburt, war noch nicht ausge- 
schieden. Die anhaltende Blutung hatte die Fran se geschwächt, 
dass wiederholt Ohnmacht eingetreten war. Nachdem sich die 
Frau einigermaassen erholt hatte, schritt H. zur Lösung der 
Placenta. Er fand eine Partie derselben in dem untern Ab- 
schnitt des Uterus, denn dieser hatte sich dergestalt in zwei 
Hälften abgetheilt, dass man nur nach Erweiterung der krampf- 
haften Zusammenschnürung in die obere Höhle dringen konnte. 
Die Zusammenstchnürung war so stark, dass man im ersten Au- 
genblicke glauben konnte, die Nachgeburt sei angewachsen, 
Indess der Abstand, der rechten operirenden, von der linken, 
den Uterus comprimirenden Hand, und die Manipulation, die 
Placenta von dem anscheinenden Grunde der Gebärmutter zu 
trennen, liess H, die Zusammenschnürung der Mitte derselben 
sogleich erkennen. Vorsichtig erweiternd drang er in die 
zweite Hälfte des Uterus ein, fasste die obere Partie der Pla- 
centa, führte sie aus den Geburtstheilen vollständig aus, und 
ging nochmals ein und liess den Uterus auf seiner Hand sich 
gleichförmig zusammenziehen, Die Entfernung der Placenta 
dauerte nur wenige Minuten, Den andern Tag befand sich die 
Frau recht wohl und hatte sich sehr erholt, starb jedoch spä- 
terhin, wie ihre Geschwister, an der Schwindsucht, welche 
schon vor der Schwangerschaft bedeutende Fortschritte gemacht 
hatte, [Neue Zeitschr, f. Geburtsk, vo. Busch, d’Outrepont 16. 
Ritgen. Bl. V. Hft. 3.] 
151. Tumor fibrosus uteri; vom Prof, Dr. Busen, 
(A. d. Ber. über d. geburtshülfl. Klinik an d. Universität zu 
Berlin vom 1. Oct. 1829 bis 31. Dec. 1833). Von den fibrö- 
sen Auswüchsen in der Höhle des Uterus kam ein Fall von 
vorzüglicher Wichtigkeit vor, der im Verlaufe und Ausgange, 
und da die Kranke starb, auch im Hinsicht des Sectionsbefun- 
des sehr interessant war, Kine Frau von 43 Jahren, welche 
früher 3 Kinder geboren und späterhin an einem Polypen im 
Mutterhalse gelitten hatte, welcher vor 3 Jahren ausgeschoitten 
worden svar, suchte die Hülfe der Anstalt wegen bedeutender 
Gebärmutterblutflüsse, welche periodisch, gewöhnlich zur Zeit 
der Menstruation, eintraten und eine grosse Menge Blutes ers 
gossen. Die äussere Untersuchung ergab, dass die Gebärmutter 
ausgedehnt sei und etwa 4 Zoll über das Becken emporragte, 
und bei der inneren Untersuchung fand man den’ unteren Ab- 
schuitt derselben tiefstehend, ganz gefüllt und fest anzufühlen 
und das kleine Becken ausfüllend. Durch den etwas geöflne- 
ten: Muttermund fühlte man einen runden und festen fleischigen 
Körper, welcher frei zu liegen schien, und welchen man. für
	        
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