Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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JV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
genaxe. gar nicht bewirkt werden konnte. — Der 6. M.R. 
Dr. K'uge fügt diesem Aufsatze noch die Bemerkung hinzu, 
dass die Excerebration bei schon gebornem Rumpfe des Kindes 
leichter und schneller, als beim blossen Vorliegen des Kopfs, 
zu vollziehen ist, weil man dann den Kopf durch ein Abwärts- 
ziehen des Rumpfes besser fixiren, das den hinteren Seitenfon- 
tanellen zunächst liegende Hirnzelt von einer derselben aus be- 
quemer abreichen und zerstören, das kleine und grosse Gehirn 
vollständiger entleeren, die Kopfschwarte und Kopfknochen 
mehr schonen, den Kopf besser fassen und, meist mit den Hän- 
den allein, ohne Schwierigkeit. entwickeln kann. Dergleichen 
Erfahrungen, verbunden mit den von L. bereits angegebenen 
Berücksichtigungen, welchen noch die vollkommenere Ueber- 
zeugung von dem wirklichen Tode des Kindes hinzuzufügen 
ist, haben schon mehrere Geburtshelfer bestimmt, in allen den 
Fällen, wo durch die vor der angezeigten Excerebration noch 
versuchte Zangenoperation der Kindskopf in das kleine Becken 
nicht hatte eingeleitet werden können, das Kind wo möglich noch 
durch die Wendung auf die Füsse, wenigstens bis zum Kopfe 
hin, zu entwickeln, und diesen letztern dann erst mittelst der 
Excerebration zu Tage’zu bringen. Diese Angelegenheit verdient 
recht sehr, dass die Geburtsärzte sich weiter darüber äussern 
und ihre Erfahrungen und Ansichten veröffentlichen. * [Med, 
Zeit, v. Vereine f. Heilk. in Pr. 1838. Nr. 3.] 
148. Blutfluss und Wegnahme der losgetrenn- 
ten und theilweise auf dem Muttermunde herabge- 
senkten Nachgeburt vor Ausschliessung des zwei- 
ten Kindes bei einer Zwillingsgeburt; vom Berg- 
und Salinenarzt Dr. Hemmer in Schmalkalden, Den 3. Oct. 
1823 wurde H, zu einer Frau gerufen, welche vor einer hal- 
ben Stunde ein Mädchen von mittelmässiger Grösse und Stärke 
geboren hatte, Blutfluss mit häufigen Ohnmachten machte schleu- 
nige Hölfe nöthis. Augenscheinlich war ein zweites Kind vor- 
handen, der Muttermund zur Untersuchung hinreichend geöfl- 
net. H. ging neben dem Rande des loagetrennten Mutterku- 
chens cin, Der Steiss des in seinen Kihäuten eingeschlossenen 
Kindes so wie die Füsse waren dem Muttermunde nahe, beide 
Knie den Leib entlang angezogen‘ und der Kopf nach dem 
Grunde der Gebärmutter gewendet. Die Placenta des gebornen 
Kindes sass in der linken Seite der Gebärmutter. )‘H. konnte 
dieselbe umzehen und überzeugt, dass die Josgetrenute Placenta 
die Quelle der Blutung war, entfernte er dieselbe, da sie bei 
ihrer Lave ein nothwendiges Hinderniss für die Geburt des 
zweiten Kindes werden musste. Mit Wegnahme der Nachge- 
burt sistirte der Blutabgang augenblicklich. Nach einer halb- 
stündiges Ruhe erfolgten Wehen und unter ‚H’s. Beihülfe die
	        
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