Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
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die Wunde selbst überlassen, sonderte noch längere Zeit ein 
wenig Serum ab, schloss sich aber nach einigen Munaten güänz- 
lich. Die Menses flossen auf dem natürlichen Wege regelmäs- 
sig und das ganze Befinden der Kranken war vollkommen mun- 
ter. Nur an dem ubern‘ Theile der 3” langen Narbe zeigte 
sich eine Hernie von der Grösse einer Krbse, weshalb nach 
Jahren doch noch das Tragen eines Bandes angeratlhen wurde. 
.— Dass hier Graviditas iubaria vorhanden war, scheint nach 
dem Verf. die allzu genaue Verbindung zwischen dem den Fö- 
tus einschliessenden Sacke und dem Uterus unwiderleglich dar- 
zuthun, weil in den ersten Tagen des Menstruationsgeschäftes 
das Blut eher auf der Seite der Fallop. Trompete, als durch 
den Gebärmutterhals abfloss, der während der ersten Tage der 
Periode durch die Turgescenz der Gefässe obliterirt war. Der 
Umstand im 7. Monate der Schwangerschaft deutete darauf hin, 
dass in demselben Augenblicke der Sack zerriss und das Kind 
in die Höhle des Bauchfelles drang und da zu leben aufhörte. 
[2. Pommer’s Schweiz, Zeitschr, Bd. IT. Hft. 2.} 
147. Glücklich vollzogene Wendung bei gros- 
ser Deformität des Beckens; von Dr. LEoNnARD zu 
Mühlheim, Kine 33jährige kleine und schwache Frau erwar- 
tete zum ersten Male ihre auf Aufang Novembers berechnete 
Niederkunft. Am 11. d. M. begann dieselbe auch, jedoch ua- 
ter solchen misslichen Umständen, dass L. Nachmittags vom 
einem Collegen aufgefordert wurde , ihm dabei Beistand zu lei- 
sten. L,. fand die Gebärende in grosser Ermattung und durch 
die vorhergehenden fruchtlosen Wehen fast gänzlich erschöpft. 
Die Wässer yaren schon vor 24 Stunden abgegangen und der 
Kopf des Kindes stand am Eingange des Beckens. Die Ge- 
bärende hatte in ihrer Jugend an Rhachitis gelitten, und das 
Becken befand sich, iu Folge jener Krankheit, in einem sehr 
fehlerhaften Zustande. Dem rechten Schambeine fehlte die nor- 
male Wölbung, dagegen hatte das linke eine verhältnissmässig 
zu starke Ausbiegung, Ausserdem ragte das Promontorium 50 
stark hervor, dass die Conjugata nicht 3 Zoll mass. Hierdurch 
erschien das ganze Becken von der rechten Seite nach der lin- 
ken zusammengedrückt, so dass nicht nur der ganze Becken- 
raum nirgends seine normäle Grösse besass, sondern auch der 
rechte einen bedeutend kleineren Spielraum hatte, als der linke. 
Dazu kam, dass der Ausgang des Beckens durch das Zusam- 
mentreten der Tubera ossis ischiüi bis auf 3 Zoll eingeengt war. 
Das Kind hatte die zweite Normallage, ‚die kleine Fontanelle 
stand nach dem rechten Schambeine hin, auch waren der Rü- 
cken in der rechten, verhältnissmässig stark hervorstehenden 
Bauchseite der Gebärenden und die Extremitäten in der linken 
Seite deutlich zu fühlen, Seit Kurzem hatten die Weheu nach-
	        
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