Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

II. Chirurgie und Ophthalmologie, 307 
Dagegen: zeigte sich die Retina mit mehreren Blutgefässen 
durchzogen, Der Glaskörper war grünlich gefärbt, aber durch- 
sichtig, die Linse vergrössert und von meergrüner Farbe, der 
Sehnerv wie der des andern Auges. Wahrscheinlich hat sich 
die Amaurose in diesem Falle durch Verknöcherung und Aus- 
dehnung der Carotis in Folge des Drucks, welchen die ossifi- 
cirte Stelle auf den Sehnerven ausgeübt hat, and indirect durch 
die Störungen der Bluteirculation im Gehirne entwickelt. Für 
das Beginnen des Uebels im Gehirn spricht die Entstehung des- 
selben mit Kopfschmerz, welchem allmählig Erblindung folgte, 
dann die, Ungleichheit des krankhaften Zustandes der Augen 
in Bezug auf den anatomischen Befund, während die Gesichts- 
störung beiderseits gleichförmig , so wie die Verknöcherung der 
Arterien bestand. Dafür spricht das Schwinden der Sehnerven, 
die Umänderung der Sehnervenhügel und die compacte Beschaf- 
fenheit der Retina. Die verschiedenen Abweichungen im Bau und 
in der Mischung der Augen waren Folgen der erloschenen Fun- 
ction, da die Vegetation quantitativ und qualitativ sich abwei- 
chend vom normalen Zustande zeigte, [v. Ammon’s Zeitschr. 
f-. Ophthalmologie. Bd. V, Hift. 2 und 3.) 
144. Amaurose, bedingt durch Zerstörung und 
Atrophie der Sehhügel; vom G. H, und Prof. Dr, Becx 
in Freiburg, Ein 6Sjähriger Mann starb im Jan, 3837 apople- 
ctisch. Mehrere Jahre zuvor waren Störungen der Function 
einzelner Sinne und theilweise Beweguogslähmung und in der 
letzten Zeit allgemeine Wassersucht eingetreten, Vor 14 Jah- 
ren hatte das Augenleiden mit allmähliger Gesichtschwäche und 
Kurzsichtigkeit begonnen, die dann zur wirklichen Amaurose 
gesteigert wurde, Das Gehör wurde zugleich auffallend schwä- 
cher. Der Mann war sehr fett und schwerfällig und liebte und 
trank übermässig;z während sich der Genuss des Branntweins 
steigerte, stellte sich immer grössere Stumpfsinnigkeit ein. Vor 
3 Jahren erfolgte ein apoplectischer Anfall mit darauf folgender 
Lähmung der Gliedmaassen, besonders der der rechten Seite; 
das geistige Leben trat immer mehr zurück, die Sprache war 
Jallend und unverständlich und der Kranke vegetirte blos. An 
den Augen war nichts zu sehen, Die schwarze Pupille befand 
sich in einem Mittelzustande zwischen Verengerung und Erwei- 
terung, die Iris war nach vorn gewölbt. Eine specifische Dys- 
erasie konnte nicht aufgefunden werden, die ausschweilende 
Lebensweise, besonders der Missbrauch geistiger Getränke bei 
Mangel an Thätigkeit mochte vielmehr das Uebel veranlasst 
haben, — Der Sectionsbericht beschränkt sich bloss auf den Kopf. 
Der Schädel war sehr gross, die einzelnen Schädelknochen un- 
gewöhnlich dick und ohne diploetische Substanz. Zwischen den 
Hirnhäuten befand sich VWVasser. Die Hänte der a vertebr.,
	        
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