Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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Hl. Chirurgie und Ophthalmologie, 
überfüllt. Die drei Mal grössere und mit dünner Galle ange- 
füllte Gallenblase enthielt 6 kleine Steinchen und der Magen 
eine schwarze und dünne, fast geruchlosse Flüssigkeit. Die 
Häute des letztern waren verdünnt und mürbe, die Venen va- 
-icös und mit derselben Flüssigkeit wie in der Höhle angefüllt. 
Ausser einigen Schwämmchen war in der Speiseröhre nichts zu 
bemerken. Die Milz war etwas grösser, — In der Brusthöhle 
zeigten sich die beiden Vorkammern des Herzens von geronne- 
nem Blute stark ausgedehnt, die Falvulae semilunares theit- 
weise verknöchert, die Substanz des Herzens welk, alles 
Ucbrige aber normal. — Als man die Schädelhöhle öffnete, er- 
schien die Dura mater mit. der Tabula vitrea fest verwachsen, 
ein hoher Grad von Hydrops membranarum cerebri, Ueberfül- 
lung der Venen und 'Erweichung der Hitnsubstanz, Die Ark. 
carolis int. war auf beiden Seiten, jedoch nur im Verlauf un- 
ter dem Sehnerven und im ganzen Sinus cavernosus gleichförmig 
durch den ganzen Ring verknöchert und erweitert, der Sehnerv 
auf beiden Seiten atrophisch und welk, die Nervenscheide mit 
grauer Masse angefüllt, er selbst so weich wie der Riechnerv, 
die Sehhügel sehr erweicht und aus grauer Substanz bestehend. 
Die Augenlider waren etwas angeschwollen und herabhängend, 
die Hornhaut des rechten Auges weniger gewölbt, die vordere 
Augenkammer nicht geräumig und ohne wässrige Feuchtigkeit, die 
Iris braungelb gefärbt, eben so die Chorioidea auf beiden Sei- 
ten, übrigens pigmentlos, schr verdickt und auf der Schnitt- 
fläche silbergrau. Von der Retina war keine Spur vorhanden 
und wahrscheinlich war sie mit der Chorioidea in Folge der 
Entzündung verwachsen, wie aus der Verdickung und dem Pig- 
mentmangel der letztern hervorgeht. Die Hyaloiden capsularis 
war in ihrer ganzen Ausbreitung bis in die tellerförmige Grube 
verknöchert, die Hyaloidea cellularis verdickt, stellenweise 
verknorpelt und verknüchert und die Zellen mit einer weissen 
geronnenen Masse erfüllt, Die Linse war weiss gefärbt, ganz 
undurchsichtig und fest, und ihre Kapsel an der hintern Wand 
hier und _da ossificirt. Der Sehnerv war geschwunden und, 
wie schon angegeben, verändert, Am linken Auge war die 
vordere Augenkammer klein, die Hornhaut sehr abgeflacht, die 
Iris, die Sclerotica und die Chorioidea normal. Zwischen der 
Sclerotica und Chorioidea befand sich eine ungewöhnliche Quan- 
lität Flüssigkeit olıne bemerkbares Staphyloma scleroticae. Die 
Retina war fest und dicker wie gewöhnlich und auf der der 
Chorividea zugewandten Fläche mit vielen rothen Flecken besetzt, 
die unter der Lupe etwas erhaben, gleichförmig, im Centrum 
dichter- und höher waren und sich gegen die Peripherie hin in 
einzelne dünne Fäden verloren. Diese Flecken können, wie 
B. meint, nicht als Gefässverzweigungen betrachtet werden.
	        
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