Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

Il. Materia medica und Toxikologie. 227 
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Nach 36stündiger Benutzung dieser Mittel setzte sich die brau- 
dige \Versshwärung Grenzen und die Geschwürsflächen rei- 
nigten sich, auch der Puls hob sich uud Pat, wurde be- 
sinnlicher, zeigte auf Geheiss die Zunge und gab auf wie- 
derholte Fragen kurz abgebrochene Antworten. So bewies 
sich denn auch hier das Kreosot heilsam und desto unangeneh- 
mer war es dem Verf, , dass er am 4, Tage dasselbe aussetzen 
musste, weil es dem Kranken ganz zuwider geworden war. 
Er erhielt daher nun den Phosphor: Rec, Phosph. gr. 3). Liq. 
anod. min. Hoffın. 33. M. S. Alle 2—3 Stunden 15 Tropfen 
und dieser vollendete die durch Kreosot eingeleitete Besserung, 
so dass nach 4tägigem Gebrauche desselben die Heftigkeit des 
Uebels gebrochen war, die Zunge feucht, die Haut gelinde 
duftend und der Kranke besinnlich wurde und nun durch Ca- 
lamus, Cascarille und China die endlich vollkommene Genesung 
bewerkstelligt werden konnte, — ‚Als übrigens Pat., in der 
Convalesceuz zum vollen Bewusstsein wieder erwacht, gefragt 
wurde, ob er sich aus seiner Krankheit an etwas erinnere, er- 
gab sich, dass vom Tage an, wo sich die ersten Delirien ge- 
zeigt, bis zur Reconvalescenz, eine Zeit von über 3 Wochen, 
im Gedächtnisse nichts halten geblieben war, als nur die zwei 
Mal unternommenen kalten Begiessungen, da doch Pat., be- 
sonders in der ersten Zeit, zwischen den Phantasieen auch 
manche lichte Augenblicke gehabt zu haben schien. Wie stellt 
dies die tief eingreifende, kräftige Wirkung der kalten Ueber- 
aiessungen ins Licht und wie beweist dies recht deutlich, wie 
{id bei Torpor des Hirns noch von diesem Mittel zu erwarten 
steht, wenn gleich der Zustand schon sehr hoffnungslos scheint! 
— Nach dem Mitgetheilten glaubt der Verf, für Anwendung 
A [des Kreosots folgende Heilanzeigen festsetzen „zu müssen: 1) 
Torpider Zustand des Nerven- und Blutgefässsystems; "eß 
scheint hier kräftiger zu wirken, als Moschus und Campher, 
2) Beginnende oder schon ausgebildete Sepsis Humorum „sie 
mag nun mit oder ohne Fieber erscheinen, doch möchte das 
Kreosot im’ ersten Falle wirksamer seyn. _3) Chronisch-catar- 
‚rhalisches Leiden der Schleimhaut der Luftwege mit erschwer- 
1em oder ganz fehlendem Auswurfe, wo die mangelnde Secre- 
tion nicht auf entzündlichem Zustande, sondern Torpidirät der 
Schleimhaut beruht. Hier scheint das Mittel fast specifisch, 
Aber dies Mittel hat auch wieder sehr triftige Gegenanzeigen, 
‚deren Nichtbeachtung viel Unheil bringen kann. Wo noch 
(irgend etwas von 'Erethismus wahrzunehmen ist, wo irgend ein 
Organ sich in entzündlichem, oder auch nur activ - congesti- 
vem Zustände befindet, ‘da muss das Kreosot nothwendig scha- 
den, worauf sehr zu achten ist, da selbst torpide, ja sogar 
Faulfieber nicht selten von örtlichen, entzündlichen Leiden be- 
\öleitet werden, — Ganz besondere Beziehung scheint das 
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