Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

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AV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
95, Steatoma uteri; vom Prof, Dr. Buscy, "A. d. 
Ber, über d. geburtshülfl. Klinik an d, Universität zu Berlin vom 
1. Oct. 1829 bis 31. Dec. 1835. — Das S/eatoma uleri wurde 
in zwei Fällen bei Frauen, welche mehrere Kinder geboren 
hatten, beobachtet; die eine derselben war 42, die andere 453 
Jahre alt. Die Kranken meldeten sich zur Behandlung wegen 
beträchtlich vermehrter und verlängerter Menstruation, welche 
14 Tage ‘bis 3 Wochen dauerte und eine ungemein grosse 
Menge Blutes ergoss. Bei äusserer Untersuchung fand man 
eine grosse, ziemlich feste und schmerzlose, sehr umschriebene 
kugellörmige Geschwulst über den Schambeinen, welche sich 
in das Becken hinab erstreckte; bei der inneren Untersuchung 
fühlte der Finger das ganze vordere Scheidengewölhe von einer 
festen Geschwulst ausgefüllt, die Scheidenportion nach hinten 
oder zur Seite gedrängt und in gewöhnlicher Grösse und Be- 
schaffenheit, auch die hintere Wand des Mutterhalses, so weit 
man ihn erreichen konnte, unverändert; nach vorn konnte man 
jedoch bestimmt bemerken, dass der Mutterhals mit der Ge- 
schwulst zusammenhing, Von dem Steatom des Eierstocks un- 
terschied sich das Uebel durch die Blutergiessungen, welche 
hierbei fehlen, durch die glatte Beschaffenheit seiner Oberfläche 
und durch den nahen Zusammenhang mit dem Mutterhalse, 
Von der Hypertrophie der Gebärmutter, bei welcher auch be- 
deutend vermehrte Menstrualblutergiessungen stattfinden, konnte 
man dieses Uebel durch die normale Beschaffenheit des Mutter- 
halses unterscheiden, so wie es mit der fibrösen Geschwulst 
der Gebärmutter darin keine Aehnlichkeit hatte, dass es an der 
äusseren Oberfläche der vorderen Wand der. Gebärmutter sass, 
während diese letztere, ausser der allgemeinen Anschwellung des 
Uterus, durch den geöffneten Muttermund erreicht und erkannt 
werden kann. Da diese beiden Kranken durch die sehr häufi- 
gen und reichlichen Blutergiessungen schon sehr geschwächt 
waren, 80 wurden tonische Mittel in Verbindung mit Mineral- 
säuren gebraucht, namentlich Decocte von China, Caryophylliata 
u. 8. w., und so gelang es in beiden Fällen, nach längerer 
Behandlung , den Menstrualfluss in seine Grenzen zurückzufüh- 
ren und das Allgemeinbefinden der Kranken zu bessern; die 
steatomatöse Geschwulst blieb unverändert und olıne weiteres 
Wachsen, wodurch allein dieser günstige Ausgang möglich 
wurde. Einer der von B. in der Privatpraxis beobachteten 
Fälle, welcher den obigen ganz gleich war, endigte durch die 
immer wiederkehrenden Blutergiessungen mit dem Tode, weil 
die Geschwulst in beständigem Wachsen blieb. Die Section 
ergab, eine wie fester geräucherter Speck einzuschneidende Ge- 
schwulst an der äusseren Fläche der vorderen Wand des Ute- 
rus, ‚Welche eine Höhe von 4 Zoll und eine Dicke von 3 Zoll 
hatte und deutlich erklärte, warum die Blutflüsse in diesem 
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