Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

122 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
tes nicht weichen wollte, Nach 6 Wochen hatte sich ein eiteriger 
übelriechender Ausfluss aus der Mutterscheide eingestellr, die Milch 
war verschwunden , so dass das Kind abgesetzt werden musste, 
und 12 Wochen nach der Eutbindung wurde die Hülfe der Anstalt 
noch ein Mal in Anspruch genommen. Die Kranke war höchst 
abgezehrt, mit schleichendem Fieber in hohem Grade, dumpfem 
Schmerz im Becken, bei der Berührung war der Bauch über 
dem linken Horizontal-Schambeinaste schmerzhaft, auch fand sich 
täglich ein eiteriger Ausfluss aus der Mutterscheide von 3—4 
Unzen. Bei der inneren Untersuchung fand B, den Uterus tief 
stehend, nicht angeschwollen, aber an der äusseren linken 
Seite der Scheidenportion eine Oeffaung in dem Scheidenge- 
wölbe etwa eipe Linie im Durchmesser, aus welcher der eite= 
rige Ausfluss statt fand. Die Erfahrung, dass diese Becken- 
abscesse sehr schwer heilen, wenn man dem Eiter nicht einen 
Ausweg nach der äussern Oberfläche des Körpers bahnt, ver- 
anlasste B. sogleich, und später täglich, genau zu untersuchen, 
ob sich nicht äusserlich eine Fluctuation an einer Stelle in der 
Umgebung des Beckens entdecken liesse, allein längere Zeit 
ohne Erfolg. . Es wurde daher ‚innerlich ein Chinadecoct mit 
Phosphorsäure gegeben, die Mutterscheide durch, Einspritzungen 
gereinigt , Cataplasmen auf die empfindliche Stelle des Unter- 
leibes gemacht, wobei jedoch die Kranke immer mehr abma- 
gerte und endlich fast aufgegeben werden musste, als in der 
17. Woche nach der Entbindung sich an der äusseren hinteren 
Fläche des linken Darmbeines, etwa zwei Querfioger unter dem 
Darmbeinkamm, einige Fluctuation bemerken liess, Ein tiefer Ein- 
schnitt wurde sogleich vorgenommen und etwa ein Pfund schr 
stinkenden Kiters ausgeleert, worauf die Wunde durch eine 
eingelegte Wicke offen gehalten und täglich zwei Mal verbun- 
den wurde, Bei der Untersuchung konnte man eine silberne 
Sonde weit in die Wunde führen und fand keinen Widerstand, 
als durch die ungleichförmige‘ Gestalt des Darmbeins. Schon am 
folgenden Tage hörte der Eiterausfluss aus der Mutterscheide 
auf, während der Ausfluss aus der Wunde noch fünf Tage fort- 
dauerte, darauf allmählig aufhörte und“ nach 14 Tagen heilte 
die Wunde gänzlich zu. Die Erholung der Kranken brauchte 
indessen noch einige Zeit. —' 2) Eine Zweitgebärende von 26 
Jahren war nach einer versäumten Wendung in der Poliklinik 
durch die Embryotomie entbunden und wegen der Entfernung 
ihres Wohnortes dem nahe wohnenden Arzte übergeben worden. 
Nach 10 Wochen wurde sie der Entbindungsanstalt zugeführt 
wegen einer sehr bedeutenden, schmerzhaften und mit Zehr- 
lieber verbundenen Anschwellung des rechten Oberschenkels, 
Auch hier fand ein bedeutender eiteriger Ausfluss durch die 
Mutterscheide statt; der Abscess hatte den Mutterhals von aus- 
sen nach innen durchbohrt, so dass der KEiter aus einer Oelf- 
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