Full text: (Neueste Folge, Band 7 = 1838, No 1-No 8)

118 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
gleichmässiger warmer Schweiss und erquickender Schlaf erfolgte. 
Während der ersten 8 Tage hatte sie geringe Fieberbewegungen 
mit etwas Eingeunommenheit des Kopfes , mässigem Durste und 
vollem, weichem, wenig frequentem Pulse, bei übrigens ziem«- 
lich gutem Appetit und nur wenig von Träumen beunruhigtem 
Schlaf nach Mitternacht, Die Wochenschweisse waren in den 
ersten Tagen ziemlich stark. Die Milchabsonderung begann am 
dritten Tage und verlor sich nach dem siebenten wieder ohne 
alle Beschwerden; die Brüste wurden in dieser Zeit mit war- 
mem Oel bestrichen und mit gewärmter Watte bedeckt, um den 
Selbstausfluss der Milch zu befördern. Der Lochialfluss stellte 
sich regelmässig ein, war sehr reichlich und dauerte ungefähr 
14 Tage als Blutgang, die. kleine Oeffnung der Gebärmutter 
gab kein Hinderniss; es wurden Anfangs täglich Einspritzungen 
eines erwärmten Malvenblätterdecocets in die Scheide gemacht. 
Die Urinausleerung geschah leicht und gut, Die Stuhlgänge 
wurden durch Oelemulsionen befördert, denen mit Rücksicht 
auf die Verwundung anfangs Extr. hyoscyamt und nachher 
Aqua lauroceras, in nicht zu grossen Dosen beigegeben wurden, 
Klystiere waren nur hin und wieder nöthig, Ausser einem 
leichten Brennen fühlte die Wöchnerin keine Schmerzen in der 
Wunde, aus deren unterem Winkel die ersten 8 Tage eine 
grosse Menge seröser Feuchtigkeit ausfloss, öfters indess wurde 
sie von heftigen Kolikschmerzen in der rechten Seite, an denen 
sie In den gesunden Tagen nicht selten litt, heimgesucht, die aber 
jedes Mal nach dem Abgang von Winden auf den Genuss von 
Chamilflen- und Fenchelıhee bald wieder verschwanden... Am 9. 
Tage hörte das Fieber auf und mit ihm die Eingenommenheit des 
Kopfes, der Durst und die Kolikschmerzen, die Wöchnerin fühlte 
sich ganz wohl und hatte gesunden Appeut und guten Schlaf, 
Der Ausfluss aus dem untern Wundwinkel wurde geringer, aber 
zugleich consistenter , die Vereinigung der Wundränder hatte 
bis jetzt nur in der Tiefe statt gefunden, daher die Hefte lange 
liegen blieben; vom achten Tage an wurden sie zu zwei und 
zwei, jedes Mal eins aus dem oberen und eins aus dem untern 
Wundwinkel entfernt, da sie zu eitern anfingen. Die fernere 
Heilung erfolgte nur sehr langsam unter Erzeugung eines spar- 
samen, gutartıgen Eiters, so dass die Wunde im Verlaufe drei 
Mal mit Höllenstein touchirt werden musste; erst in beinahe 
acht Wochen nach der Operation war sie völlig vernarbt. Der 
Verhand wurde nur dann erneuert, wenn er durch das Wund- 
secret verunreinigt oder locker geworden war, Nach dem Auf- 
hören des Fiebers wurde die bis dahin leicht verdauliche und 
wässrig gewesene Diät etwas kräftiger gewählt und reiner, nicht 
starker Kaffee, Kalbfleisch oder Taubenbrühe und leichte nicht 
blähende Gemüse gereicht. Hierbei wurde zugleich eine ge- 
linde roborirende Arzuet (Rec. Extr. card. benedickh, 5). Aqu-
	        
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