Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

II. Materia medica und Toxikologie, 89 
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schlich in guter Witterung auf der Strasse umher, Der Ur- 
sprung seiner Krankheit scheint ein Wechselfeber (ferfiana) 
gewesen zu seyn, Woran er anderthalb Jahre früher mehrere 
Wochen gelitten hatte, und das durch wiederholten Chinage- 
brauch gehoben worden war. Bei allen übrigen Kranken war 
keine Spur von eigentlicher Hectik vorhanden, Ihr Gemüth 
war verstimmt, überaus reizbar, sie waren meıst schlaflos, hat- 
ten entweder keinen Appetit, oder konnten keine Speisen ver- 
tragen. Der Stuhl war verstopft, und bei sonst regelmässig 
menstruirten Personen fehlten seit lange die Menses, Dabei 
von Physkonie keine Spur, Bei Einigen zeigie sich gegen 
Abend ein beschwerdeloses, trockenes Hüsteln, Wochenbett, 
Gebärmutterblutfluss, Wechselfeber oder eine andere Fieber» 
krankheit, Hypochondrie, Hysterie waren die der Zeit nach 
entfernten Anlänge des gegenwärtigen, aufreibenden Leidens, 
Manche hatten sich bis zu diesem Puncte selbst vernachlässigt, 
Andere waren mit 8. g. nervenstärkenden und magenstärkenden 
Mitteln, geistigen Einreibungen und aromatischen Bädern he- 
handelt worden, hatten Kraftsuppen, Wildpret, wohl auch Wein, 
und wo sich Erbrechen fand, Bouillonklystiere bekommen, 
auch waren Narcotica bei Vielen nicht gespart worden, Bei 
Einzelnen war auch im Allgemeinen einsichtige und schulge- 
mässe Cur erfolglos geblieben, weil alle nur etwas diffe- 
reote Mittel in ihren Wirkungen zu grossen Nachtheil brachten, 
Alle diese Kranken stellte ausschliessliche Milch- oder 
Mölkencur ganz wieder her, Nur der obenerwähnte Milzkranke 
machte davon eine Ausnahme, da ihm, wegen seines heftigen 
Hungers erlaubt worden war, Morgens und Abends je für 2 
Pfennige Semmel, was den Andern erst im Laufe der Cur ge= 
stattet war, zu essen und: da er täglich noch ein concentrirtes 
Decoct der Stipit. Dulcamarae weinglasweise einnehmen musste, 
— Allgemeine Bemerkungen über das Heilvers 
fahren selbst. 1) Bei Kranken, die, wie die geschilder= 
ten, ihren Zustand selbst für verzweifelt halten müssen und 
die gewöhnlich eine Menge Arzneiflaschen geleert hatten, wird 
es nicht schwer, einem so einfachen Heilverfahren, wie Milch= 
und Molkencuren sind, Vertrauen zu verschaffen, doch ist ein 
kluges Benehmen des Arztes erforderlich, die Kranken in die- 
sem Vertrauen und besonders in unerschütterlicher Beharrlich- 
keit auf 6—8—10 Wochen festzuhalten, wovon allein der Er- 
folg abhängt. Hat der Arzt erst auch nur ein glückliches Re- 
gultat einer solchen Cur selbst erfahren, so steht er dem Kran- 
ken mit jener ungeheuchelten Zuversichilichkeit gegenüber, die 
über diesen eine überaus heilsame, stumme Gewalt ausübt und 
jedes Schwanken und Verzagen hindert, Ohne diese vom festen 
Vertrauen des Arztes zu seinem Mittel ausgehende Hülfsmacht 
gelingt überhaupt; nicht leicht je die Cur einer chronischen
	        
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