Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

56 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
des Augenlides in seiner Länge ober= und unterhalb des freien 
Randes mit dem Glüheisen nach Delpech. Das bis zum 
Weissglühen erhitzte Eisen muss so rasch 1‘ ober- oder un- 
terhalb des freien Randes des obern oder untern Augenlides 
übergezogen werden, dass nur die äussere dünne Decke der 
Augenlider ertödtet wird. Vorher muss Pat. die Lider geschlos« 
sen haben. Der Schmerz ist zwar lebhaft, doch nicht so gross, 
als die Kranken glauben, Er wird übrigens fast im Augenblick 
durch. in kaltes Wasser getauchie Compressen gehoben. In 
Folge dieser Cauterisation wird das’ Augenlid im Augenblick 
umgekehrt, doch dauert dies nur kurze Zeit, denn durch die 
schwache Anschwellung und das OeJem der Lider, die darauf 
eintreten, bildet sich das Entropium wieder und wird ganz erst 
durch Eiterung und Narbenbildung gehoben. Um die Entzün- 
dung zu mässigen und die Schmerzen zu vermindern, bedeckt 
man die Lider mit in kaltes Wasser getauchten Compressen. 
Nach der Heilung bleibt nur eine geringe Spur von Einwirkung 
des Cauterium zurück und die Haut erscheint etwas dünner, 
[Jahrb. d. ges. Medic. Bd. XV, Hft, 2, nach; Bullet, de 
therap. T, XI. Livr, 1.] 
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IV. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK,. 
29, Ausschneidung der voıdern Lippe eines 
Theiles der vordern Wand der Gebärmutter; von 
Dr. Wırrtcrz in Weissensee, Kine Frau von 40 Jahren, die 
früher libidinös, aber immer regelmässig menstruirt und gesund 
gewesen war und mehrere Kinder geboren hatte, empfand 
1834 öftere Kreuzschmerzen und heftiges Drängen bei der Men- 
struation, die im Juli zuerst in Metrorrhagie überging. Nach 
Beseitigung derselben fand W, bei Untersuchung bedeutende 
blumenkohlartige Excrescenzen am geöffneten Muttermunde und 
an der innern Fläche der vordern Wand des Uterus, Oeftere 
Kreuzschmerzen mit Drängen nach unten, Abgang einer gerin- 
gen Menge blutigen Serums, Brennen in der Schoosgegenö 
und eigenthümliches Gelbgrün im Gesichte waren die gleichzei- 
tigen Symptome. . Um das Uebel zu beseitigen griff W,, wie 
folgt, operativ ein: nachdem Pat, wie beim Steinschnitte ge- 
lagert und der Uterus durch mässigen Druck auf den Grund 
möglichst hervorgetrieben worden war, suchte W. durch Ha- 
kenzanzen und einen Faden den entarteten Theil zu fixiren, 
doch diese rissen sogleich aus und es blieb nichts als der Zei- 
gefinger übrig. Der Operateur entfernte num nach und nach 
theils mit der Cowper’schen Scheere, theils mit geknöpftem 
Bistouri, theils mit auf die Fläche gebogenem Messer alles
	        
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