Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

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ll. Chirurgie und Ophthalmologie, 
kam Pat, ins Spital zu Gerdy.. Sie hatte auf der rechten 
Seite eine Thränenfistel und der Durchgang der Thränen durch 
das rechte Nasenloch war ganz unterbrochen, Am 4, Juli nahm 
Gerdy die ‚Operation vor. MNachdem er die Klinge eines 
schmalen Bistouris in den innern Augenwinkel zur Eröffnung 
des Sacks eingestossen hatte, suchte er die silberne Canüle, 
fand sie aber micht, Er brachte nun ’ein  spitzes Bistouri mit 
schmaler Klinge in den Nasenkanal und trennte, indem er‘ es 
von unten nach oben zurückzog, durch 2 verticale und parallele 
Schnitte, einen vordern und einen hintern, die innere Wand 
des Thränenkanals, die zur Bildung der äussern Wand der 
Nasenhöhlen beiträgt. Man erhielt hierdurch ein 4seitiges, ver- 
ticales, von hinten nach vorn einige Linien breites bewegliches 
Knochenstückchen und könnte so den Nasenkanal beliebig er- 
weitern. Es wurde daher auch unmittelbar nach der Operation 
mittelst einer einfach gekrümmten Haohlsonde ein Stilet durch 
den Kanal und das entsprechende Nasenloch geschoben und 
mittelst desselben eine dicke Charpiewieke in den Nasencanal 
eingezogen. Den Tag nach der Operation bemerkte man lleich- 
tes Erysipel, das aber keine weitere Folgen hatte, Am 4, 
Tage vertauschte man die Wieke mit einer andern dickern, 
Das Volumen: dieser Wieken wurde‘ nun immer mehr verstärkt 
und sie liessen sich immer leichter‘ einbringen. Aller 2 Tage 
wurden sie gewechselt. Am 22, Juli, wo man sie wegliess, 
hatte die Wieke die Dicke des kleinen Fingers, Die ‘kleine 
Wunde des Sackes und der Haut schloss ‚sich sehr rasch und 
die Vernarbung wurde durch leichte Berührung der Wundrän- 
der mit ätzender Jodtinctur befördert. Am 26. Juli hatte sich 
die kleine Wunde ganz geschlossen, das Thränen war beseitigt 
und das Schneuzen ging leicht vor sıch. Am nächsten Tage 
verliess das Mädchen ganz geheilt das Spital, — Sollte sich 
wider alles Erwarten der so erweiterte Thränencanal doch wie- 
der so weit verengern, dass der Verlauf der Thränen gehindert 
würde und Thränengeschwulst oder Fistel entstände, so schlägt 
G. eine andere Methode vor, die er aber bis jetzt nur erst am 
Cadaver verrichtet hat. Man soll nämlich, wie bei der vorigen 
Operation, die innere Wand des Nasencanals durch 2 so weit 
als möglich von einander ‚entfernte, parallele und verticale In- 
cisionen trennen, sie durch einen obern, horizontal von vorn 
nach hinten verlaufenden Schnitt mit einander verbinden und 
durch die vordere Oeffnung des entsprechenden Nasenloches mit 
krummer Pincette die abgelöste innere Wand des Nasencanals, 
so wie die daran befindliche und ebenfalls abgeschnittene Par- 
tie der untern Muschel herausziehen, Da so der Nasencanal 
zerstört und auf eine einfache Furche reducirt wird, so scheint 
durch diese Operation jede Thränenfistel, deren Ulceration nicht 
durch besondere Diathese unterhalten wird, radical geheilt wer- 
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