Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

18 El. Chirurgie und Ophthalmologie. 
Hirnhaut steckten und alle der innern Tafel angehörten, ent- 
fernt wurden, Nachdem der Verband angelegt, bemerkte der 
Operirte, dass es ihm im Kopfe viel heller sei, und dass er jetzt 
erst beurtheilen könnte, wie sehr er von dem weggenommenen 
Knochen gedrückt und betäubt worden sei, Alles ging nach 
Wunsch, Es trat keine besondere Reaction nach der Trepana- 
tion ein, welche ein stärkeres antiphlogistisches Verfahren noth- 
wendig gemacht hätte und schon nach acht Tagen war auf der 
ganzen Oberfläche der harten Hirnhaut junges Fleisch bemerk- 
bar. Die KEiterung war ‚stets von guter Beschaffenheit und 
wurde durch Nichts unterbrochen, so dass nach sechs 
Wochen diese bedeutende Knochenöffnung mit jungem Fleisch 
ausgelüllt war und die Stelle sich zum Vernarben anschickte, 
Innerlich wurde in der letzten Zeit das Chininum sulph. mit 
Wein, äusserlich ein Chamillendecoct mit Tinct, opäü crocaf,. 
in Anwendung gebracht, weil das junge Fleisch etwas blasa 
wurde und Pat. sich sehr schwach fühlte, : Ohne mich weit- 
läufig über das viel besprochene Pro und Contra der Indication 
zur Trepanation auszusprechen, muss ich bemerken, dass ich 
mich mehr der Ansicht Potv’s, Sabatier’s, Louvriers, 
Mursinna’s, Zang’s etc. anschliesse, wie auch wohl mein 
Handeln in dem, eben beschriebenen Fall deutlich zu erkennen 
giebt. . Anhänger Dessanlt's, Richters, Abernethy’s, 
A. Coopers, Schmuckers, Metzger’s eic. würden ge- 
wiss. trotz. der beginnenden Lähmung des rechten Unterschen- 
kels noch. anderweitige Störungen des intellectuellen Lebens 
abgewartet haben, bevor sie zur Trepanation geschritten. wären. 
Störnngen. dieser. Art würden in diesem Falle, wo die innere 
Tafel der Hirnschale in so bedeutendem Umfange zersplittert 
war, einige Splitter sogar fest in der harten Hirnhaut steckten, 
ich bin es fest überzeugt, nicht ausgeblieben seyn, aber ich 
glaube auch mit Recht behaupten zu können, däss alsdann der 
Ausgang weit zweifelhafter und höchstwahrscheinlich nicht so 
glücklich gewesen wäre, als er hier bei der angewandten Trepa- 
nation war. Die Trepanation ist an und für sich nicht so gefahr- 
voll, als sie ansgeschrieen ist, sie vermehrt aber allerdings die 
Gefahr, wenn sie zu spät und da vorgenommen wird, wo durch 
Knocheusplitter ‚etc. 'schon heftige Reizung des Hirns und sei- 
ner Umhüllungen zugegen ist, denn das eigenthümliche Leben 
des Hirns verträgt Reiz und Druck nicht so ungestraft als an- 
dere Organe, weshalb man in Fällen, wo solche vorhanden 
sind, nicht säumen darf, dieselben sofort hinwegschaffen. Eben 
deshalb hat diese Operation an ihrem Credit verloren, dass man 
sie meist zu spät anwandte und stets — die Anhänger Des - 
sault’s etc. — sie dann erst in Ausführung brachte, wenn 
Zufälle eintraten , die durch keine andern Mittel beseitigt wer- 
den konnten. Keineswezs. bin ich jedoch der Ansicht, diese 
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