Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

36 il, Materia medica und Toxikologie, 
handelt und glücklich geheilt worden war, wurde vor upge- 
führ 2 Jahren an einer Blennorrhoean urethrae von B. behan- 
delt. Nachdem die Entzündung durch kühlende Emulsionen und 
die angemessene Diät nach ungefähr 16 Tagen beseitigt war, 
erhielt Pat, Cubeben und darauf Balsamum Copaivae mit Pul- 
vis cubebarum in einer Latwerge vereinigt. Tags darauf be- 
richtete der Kranke, dass der bis jetzt wässrige Ausfluss gänz- 
lich versiegt sei, dass sich aber ein ihn ungemein peinigender 
Ausschlag eingefunden, den er zwischen den Fingern und im 
Handgelenke zuerst beobachtet habe. B. fand zwischen den 
Fingern und auf beiden Unterarmen bis zur Ellenbogenbeuge 
kleine, an ihrem Rande geröthete, eine klare wässerige Feuch- 
tigkeit enthaltende Pusteln, von denen einige bereits aufge- 
kratzt waren, Der ganze übrige Körper war rein und Pat. 
hatte während der Curzeit weder seine Wohnung verlassen! 
noch die Betten gewechselt. Der Gebrauch der Cubeben und 
des Balsams wurde sogleich ausgesetzt und der Kranke, wel- 
cher 2 Tage ohne Leibesöffnung gewesen war, erhielt eine er- 
ölfnende Mixtur., Am dritten Tage verblich und trocknete der 
krätzähnliche Ausschlag ganz ab, und mit dem Ver- 
schwinden desselben zeigte sich der hellwässerige, ganz schmerz- 
Lose Tripperausfluss , den B, einige Tage beobachtete und dann 
durch reinen Balsam in einer Emulsion beseitigte. Kaum 24 
Stunden nach dem Gebrauche des Mittels trat der oben erwähnte 
(Ausschlag wieder ein. Der Ausfluss war gleichzeitig ver- 
schwunden. Die Balsam-Emulsion wurde unausgesetzt fortge- 
braucht, und 4 Tage nach dem Aussetzen des Mittels trocknete 
der Ausschlag gänzlich ab, ohne dass sich der Tripperausfluss 
wieder einstellte, b) Glossitis nach dem Gebrauche 
des Copaiv-Balsams. Dr. Littauer in Lobsens 
berichtet: Ein Maurerlehrling, welcher eine Gonorrhöe im ent- 
zündlichen Stadium durch unvorsichtigen Gebrauch des Copaiv- 
Balsams unterdrückt hatte, bekam eine bedeutende Glossitis, 
verbunden mit starken Anschwellungen der Submaxillardrüsen,. 
so dass der Kranke weder schlucken noch sprechen konnte und 
selbst ausser Stande war, die Zunge hervorzustrecken oder zu 
bewegen. Ein Aderlass verschaffte wenig Erleichterung. "Tags 
darauf mussten 15 Blutegel am Halse gesetzt und zwei tiefe 
Läugeneinschnitte in die Zunge gemacht werden, um den Kran- 
ken aus der Gefahr des Erstickens zu retten. Der unablässige 
Gebrauch warmer Breiumschläge um das männliche Glied rief 
die Blennorrhöe wieder hervor, von welcher der Kranke hier- 
auf nach den Regeln der Kunst völlig geheilt wurde, [Med, 
Zeit. v. Vereine f. Heilkı in Pr. 31837. Nr.28.] 
17. Exanthem nach dem Gebrauche von Bal- 
samum Copaivae; von Dr. Levınysrterx in Berlin, Ein 
Ktudirender der Medicin fühlte plötzlich eine fluctujrende An- 
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