Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

MH. Materia medica und Toxikologie. 407 
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tiphlogistisches Abführmittel, einige Blutegel an Schaämgegend 
und Mittelfleisch, Dampfbäder an den leidenden Theil und 
krampfstillende, erweichende Umschläge auf die Blasengegend, 
doch alles vergebens. Tags darauf wurde der Calheter ange- 
wendet, der ganz Jeicht angebracht werden konnte und über 
14 Maass Harn zur grössten Erleichterung ausleerte, worauf 
die Lendenschmerzen, so wie aller Drang und alle Spaunung 
in der Gegend der Blase selbst bei Berührung ganz Ver- 
schwunden waren. Der abgelassene Harn war nach einer 
Ruhe von einigen Stunden trübe, jumentös, mit ziegelsteinfar- 
bigem Bodensatze. - Die Blase füllte sich indess wieder an und 
die Lendenschmerzen kehrten bei ‚neuer Anfüllung derselben 
wieder heftig mit Drang in der Blase zurück, weshalb der Ca- 
iheter Früh und Abends angewendet werden inusste. Bei el- 
was vollem Pulse und deutlicher allgemeiner Aufregung des 
Blutsystems wurde ein Aderlass verordnet, nebst mehreren 
Blutegeln an Ort und Stelle, Klystiere, nach Umständen gelinde 
Eccoprotica, dann allgemeine lauwarme Bäder und ölige Kmul- 
sionen mit Salpeter, — bei weichem Pulse aber und verschwuüu- 
dener Volkblütigkeit Calomel und Opium in kleiner Gabe, Unmi- 
schläge von Spec. arom. mit Wein über .die Blaseugegend. 
Naphth. vitriol.. von einer gewissen Höhe auf diesen Thei: 
getröpfelt und ein Vesicator auf das Os sacrum, das einige Tage 
in Eiterung erhalten wurde — doch diese Mittel konnten in 14 
Tagen nicht die geringste Ausleerung von Urin herverbringen 
und so musste denn der Catheter 2 Mal täglich ‚augewendel 
werden, Der Urin hatte in dieser Zeit nicht den ziegelstein- 
Jarbigen Niederschlag, wie Anfangs, ‚sondern einige Tage ein 
röthliches, fast blutiges Aussehen olıme Bodensatz und wurde dam 
wieder jumentös mit einem anhaltenden hohen, weissen, schlei- 
migen Bodensatz, Bei Untersuchung zeigte der Urin einer er- 
höhtern Temperatur bis zum Siedepuncte ausgesetzt, su Wie 
bei Anwendung der Salpetersäure starkes «(rerinsel und eiue 
Menge von Eiweissstoff jedes Mal. Dem Kranken wurde iu- 
dessa das täzliche Cathetrisiren lästig und man beschloss daher 
ein elastisches Instrument auzuwenden und einige Tage in; der 
Blase liegen zu lassen. Letzteres war aber vom Wundarzte 
nicht zweckmässig gewählt und liess sich nur mit grosser Mühe, 
vielen. Schmerzen und etwas Blutabgang beibringen. Pat. konnte 
diesen Catheter kaum 8 Stunden bei sich behalten und bat drin- 
gend, ihn zu entfernen, was auch geschah; doch währten 
Drang und. Schmerz fort, Von Hämorrhoidalcongestiönen be- 
merkte man nichts. Eine Mandelölemulsion mit G. urab. Eutr. 
opii aquos. und Nitrum., erweichende Klystiere und Umschläge 
auf die Blasengegend hoben aber nach 3 Tagen ‚ganz diese ’n- 
fälle, so dass nachher ein gewöhnlicher silberner Caihet 
der leicht und ohne alle Schmerzen beigebracht werden
	        
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