Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

106 Il. Materia medica und Toxikologie. 
entweder das Decoct zu 1— 1} Drachmen auf 4 Usnzen Cola- 
tur, mit + Unze Syrup oder Zucker, halbstündlich zu 31— 2 
Esslöffeln voll, oder das Pulver zu 10 — 15 Gr. halbstündlich, 
Selten hat er den Verbrauch des ganzen Decocts oder mehr 
als 2— 3 Pulver nöthig gehabt, um immer den gewünschten 
Erfolg vollständig und kräftig eintreten zu sehen, mit dessen 
Beginn sogleich das Mittel wegbleiben muss, Gegen andere 
Zustände hat G. das Secale cornutum nur wenig versucht ıyıd 
kann daher über seine anderweitigen vortheilhaften Wirkungen 
nicht urtheilen, [v. Gräfes #. v. Walthers Journ. d. Chir, u. 
Augenheilk, Bd. XXFI. Hft. 1.] . 
182. Anwendung und auffallend schnelle 
Wirksamkeit des Secale cornutum bei einer 
Ischuria paralytica; von Dr. Hoxst zu Cöln am Rh, 
Ein 72jähriger, ausser einigen von Zeit zu Zeit überstandenen 
heftigen Anfällen von Lendenschmerzen mit wechselndem Po- 
dagra, übrigens gesunder und jo jeder Beziehung ordentlich le- 
bender Geistlicher von mittlerer Constitution glitt-bei einer Pro- 
cession ein Paar Stiegen von einer steinernen Treppe mit den 
Füssen herunter, ohne jedoch nieder zu fallen, Er erschrack 
darüber im Augenblicke so sehr, dass er fast am ganzen Kör- 
per zitterte, folgte aber an demselben Abende einer Einladung 
und hatte hier gegen Gewohnheit etwas viel gegessen, beson- 
ders schwer verdauliche Speisen, auch einige Gläser von ver- 
schiedenen Weinen getrunken. Nach Hause zurückgekommen, 
schlief er die Nacht 2 — 3 Stunden anhaltend und ruhig, er- 
wachte dann, bekam auf einmal Neigung zum Erbrechen und 
grossen Drang zum Stohl- und Urinabgang, worauf zwar zwei- 
bis dreimalige Stuhlausleerung erfolgte, doch mit grösster An- 
strengung auch nicht ein Tropfen Harn abging. Ein sogleich 
gerufener Arzt verordnete einige besänftigende Mittel und Sal- 
peter zum innerlichen Gebrauche, so wie ein camphorirtes Li- 
niment mit Laud, liq. s. zum Einreiben in die Blasengegend 
und erweichende Klystiere, doch Alles erfolglos. Am {olgen- 
den Morgen, den 6. Mai, wurde H. zur Berathung gezogen. 
Der Zustand war folgender: Pat, klagte über heftigen , immer- 
währenden Drang zur Ausleerung des Harns, von dem in 24 
Stunden kein Tropfen abgegangen war, so wie über grosse 
Lendenschmerzen , welche keine ruhige Lage gestatteten. Dic 
Blasengegend war bei‘ Berührung wenig empfindlich und die 
Blase hervorragend, der Unterleib übrigens weich und nicht 
schmerzhaft, Pat. klagte ferner über Druck in der Magenge- 
gend, mit üblem Geschmacke im Munde, Aufstossen und Ap- 
petitlosigkeit; die Zunge war weiss, belegt, das Athemholen 
frei, ohne Husten; das sich vorfindende Kopfweh war gering, 
der Puls fast normal, etwas voll, weich und Fieber fand sich 
nicht vor, Pat. erhielt einige erweichende Klystiere, ein an- 
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