Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

4 It. Materta medica und Toxikologie, ; 
miacie von Brandes, Rd. "If, 3. bekannt vemacht. Da 
er aber glaubt, dass die Cole dieser Samen durch mehrere ih- 
rer Eigenschaften die Aufnahme in den Arzneischatz verdienten, 
oder wenigstens einiger Versuche über ihre medicinische Wir- 
kung werth wären, so wählt der Verf. den directeren Weg, 
Heselben den Aerzten zu empfehlen und beschreibt in Folgen- 
dem. die wichtigsten ihrer Eigenschaften zu diesem Zwecke. 
Das Eigenthümlichste‘ des ansgepressten Oels hesteht in seiner 
Zusammensetzung: es enthält zugleich fettes Oel,  ätherisches 
Oel und Harz. Das gleichzeitige Vorkommen dieser 3 Pflan- 
zenstoffe in einer, so zu sagen natürlichen Verbindung ist dem 
Verf, bei keinem andern ausgepressten Oele bekannt. Anus der 
quantitativen Untersuchung erzab sich der Gehalt an ätherischem 
Dele in einer Unze des ausgepressten zu 4 — 51 Scrupel, der 
an Harz aber zu 14 Drachmen. Ob KEinsammlungszeit der 
Fruchtzapfen und Alter der Samen, so wie Abänderungen beim 
Anspressen das Verhältuiss dieser Bestandıheile, wie wahr- 
scheinlich ist, verändern, können nur wiederholte Versuche 
ergeben. Diese Bestandtheile finden sich im unverletzten Samen 
nicht ursprünglich gemischt. ‘ Das fette Oel ist rein und geruch- 
los im Kiweisskörper enthalten, das ätherische mit dem Harz 
aber kommt in der Fruchthülle in kleinen, platten, sackförmi- 
gen Behältern vor, die zwischen der nussartigen Carpelle und 
der dieselbe theilweise umschliessenden Fortsetzung der Flügel- 
haut sich befinden. Das ausgepresste Oel hat angenehmen, 
balsamischen Tannengeruch und anfangs milden, gewürzhaften, 
hintennach etwas brennenden Geschmack, Die vom Auspressen 
abhängire Farbe ist gelbbraun, zum Theil ins grünliche spie= 
lend. Das specifische Gewicht ist =— 0,932. Es gehört zu 
den schwer trocknenden Oelen und zeichnet sich vor den an- 
dern durch grössere Lüslichkeit m kaltem, ahsolutem Alcohol 
aus. Es löst den Phosphor ziemlich reichlich und die Lösung 
leuchtet in Folge des Gehalts an ätherischem Oele nicht im Dun- 
kein. Auf salpetersaures Quecksitberoxydul wirkt das Oel re- 
ducirend. — Diese Zusammensetzung dürfte dieses Oel eher 
zum Wundmittel, als für Einreibungen tauglich machen, da im 
letztern Falle der Harzgehalt unanyenehm sein könnte, Ob 
dasselbe aber nicht in ähnlichen Füllen, wo Copaivbalsam und 
Terpenthin innerlich gegeben werden, eine Stelle finden dürfte, 
muss der Verf, dem Urtheile der Aerzte überlassen. Durch 
einfache Destillation des ausgepressten Oels, oder der Lösung 
einer mit caustischer Kalilauge bereiteten Seife lässt sich das 
ätherische Oel wohl abscheiden, Im Grössern wären aber beide 
Methoden unpraetisch. Dagegen lässt sich dasselbe durch De- 
stillation der Rückstände von den ausgepressten Samen mit 
Wasser oder der zerstossenen ungepressten Samen reichlich er- 
halten und Z. glaubt, dass dieses ätherische Oel vorzugsweise 
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