Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

90 Il. Materia medica und Toxikologie. 
nach 3—6 Tagen den allerdings bedeutend angreifenden Curtag 
vergessen.‘ Dass der Arzt bei der Cur der Pat. fleissig sehen 
müsse, ist wohl unerlässliche Bedingung. G:, hat sich nie er- 
jaubt, von der Schmid t’schen Vorschrift abzuweichen, doch 
in einigen Fällen beobachtet, dass, obgleich aus Nachlässigkeit 
und Unfolgsamkeit gegen einige diätetische und medicinische 
Vorschriften gefehlt worden war, die Cur dennoch vollständig 
gelang. Die sorgfältige und bis zum Abgange des Wurms fort« 
gesetzte Anwendung der sehr zusammengesetzten Pillen ist Je« 
doch zum Gelingen der Cur unerlässliche Bedingung, In kei 
nem Falle hat C. den Wurm am. ersten Curtage ganz abgehen 
sehen; in den meisten erfolgte der vollständige Abgang des in 
diesem Augenblicke und wohl auch eine Weile nachher noch 
febenden, sich convulsivisch zusammenziehenden Wurms, gröss- 
tentheils unter Ohnmacht ähnlichen Zufällen des Pat., erst zwi- 
schen 11 und 12 Uhr Vormittags, und ein ander Mal gegen 3 
Uhr Nachmittags an diesem Tage, In der leizten Zeit hat H, 
vor der Anwendung dieser Cur wenigstens 10 — 14 Tage vor- 
her ausser warmer Fleisch - und Mehlsuppe nur. kalte Speisen, 
kalten, rohen‘ Schinken, Heering und Heeringssallat, etwas 
Buttersemmel mit Schnittlauch geniessen lassen und glaubt durch 
diese längere Vorbereitung die Abtreibung des Wurms erleich- 
tert und -die Dauer der Cur verkürzt zu haben. Kine längere 
Nacheur ist unerlässlich, damit nicht von neuem ein Wurmnest 
sich bilde; hierzu gehört die genaue Anordnung und pünctliche 
Befolgung zweckmässiger anthelminthischer Diät für wenigstens 
2 Monate, der Nachgebrauch bitterer Mittel und der Gebrauch 
einer starken Purganz, 1 bis 2 Mal wöchentlich; letzteres hält 
6. für nothwendig, da fast immer noch 4 — 6 Wochen nach 
der Cur nach jedem Purgirmittel mehr oder weniger Wurm- 
schleim abgeht, dessen Zurückbleiben leicht zur Bildung eines 
neuen Wurmnestes Veranlassung geben konnte, Dass übrigens 
die Cur nach Alter, Geschlecht und Leibesbeschaffenheit der 
zweckmässigsten Veränderungen bedarf, ist für den erfahrenen 
Arzt wohl kaum zu erwähnen, [v. Gräfe’s u. v. Walthers 
Journ. f, Chir, u. Augenheilk, Bd. XXFVI. Hft. 1.) 
IN. MATERIA MEDICA und TOXIKOLOGIE, 
178. Incontinentia Urinae, durch Strychnin 
yeheilt; vom Kreis- Physikus Dr. BeinenxD zu Sorau. Kin 
Leinweber, 59 Jahr alt, von gesunder Körperconstitution, der 
früher nie bedeutend krank gewesen war, pflegte schon seit 
langer Zeit in jedem Frühlinge zur Ader zu lassen, um eine 
Schwere in den Gliedern, Andrang nach dem Kopfe und ein 
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