Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

306 11 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
keine Hitze folgte, wohl aber der Schmerz tief in der linken 
Seite der Brust beim tiefen Einathmen vermehrt wurde. Der 
Kranke hatte ein Gefühl, als ob das Herz zusammengedrückt 
würde, dabei Reizung zu Ohnmachten, Mangel an Luft, Blässe 
des Gesichts bei kaum vernehmbarer Sprache; Puls 753; die 
linke Seite der Brust schmerzte beim Drucke auf dieselbe fast 
gar nicht, Aderlass von 8 Unzen; innerlich alle 3 Stunden A 
Gran Digitalis mit 12 Gran Salpeter. Am folgenden Morgen 
war der Zustand unverändert, der Puls aber klein, leer, 88, 
Bei dem Fortgebrauche der Pulver wurde ein Vesicans auf die 
Brust gelegt, Nachmittags wurde der Kranke sehr unruhig, 
warf sich hin und her und in jeder Lage fehlte es ihm an 
Luft. Der Puls hatte sich etwas gehoben, aber die spanische 
Fliege hatte wegen der grossen Unruhe des Kranken nicht ge- 
zogen. Kin Aderlass von 4 Unzen verbesserte den Zustand 
nicht, vielmehr nahmen Unruhe und innere Angst zu. Das Ve- 
sicatorium hatte weder. gewirkt, noch ein Senfpflaster die Haut 
geröthet; das Athmen des Kranken wurde ängstlicher, seltener 
und oberflächlicher, der Puls sehr klein, leer und frequent, 
Da E. durch Reizung der Haut ableitend wirken wollte, so 
rieb er 10 Tropfen ätherisches Senföl mit der mit Leinöl be- 
strichenen Hand eine Minute lang in die Brust ein, Nach 5 
Minuten war die ganze linke Brustseite des Kranken stark ge- 
röthet und die Haut bedeutend angeschwollen. Die Angst und 
die Apnoe hörte auf, der Puls hob sich und die spanische Fliege 
zog bald eine Blase, worauf die Eiterung unterhalten wurde, 
Die Besserung machte rasche Fortschritte und am siebenten Tage 
nach der Einreibung des Senföl® konnte der Genesene wieder 
an seine Arbeit gehen. [M:. “vu Vereine f. Heilk, in 
Pr. 3837. Nr. 38.] 
175. Organisches Herzleiden; vom Kreis-Physikus 
Dr. Henzoc in Posen. Am 2, Sept. v. J. wurde ein starker 
Schiffer von 43 Jahren in die Heilanstalt der grauen Schwestern 
zu Posen aufgenommen, welcher erst vor 3 Wochen krank ge- 
worden war. Sein Habitus war der eines Apoplektischen, das 
Gesicht gedunsen, roth, der Hals kurz, die Brust gewölbt und 
breit, der Körper muskulös und kräftig, dabei die untere Mund- 
lippe verdickt und hart, Pat, klagte über Brustbeengung, 
Schwerathmigkeit und über oft wiederkehrende Anfälle von 
nächtlichen Krämpfen, wobei er gewöhnlich das Bewusstsein 
verlor und Zuckungen in den Händen sich einstellten, nach je- 
dem Paroxysmus fühlte er sich sehr angegriffen und weit krän- 
ker. Ausser diesen Anfällen war der Kopf frei, die Geistes- 
kräfte ungestört , das Einathmen aber deutlich erschwert und 
beschleunigt und nur die Lage auf dem Rücken möglich. Der 
volle, harte, wie eine Saite gespannte, jedoch nicht aussetzende 
Puls schlug in der Minute 45 Mal und der Herzschlag war iası 
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