Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

388 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
asphyctischen Form, Sie ist die wahre Cholera asiatica, die 
Vebergangsformen sind schon Modificationen unseres Klimas und 
selten, meist nur bei Vernachlässigung gehen sie in die bösar- 
tige Form über. 
170. Exantheme nach dem Tode; von Dr. Beur 
in Bernburg. Die Exantheme haben nach Jahn die Wurzeln 
jm Imern, die Blüthen nach aussen und nach ihm sollen Exan- 
theme noch nach dem Tode hervorbrechen. B. hat dergleichen 
Beobachtungen nicht gelesen, auch giebt Jahn keine Facta dafür 
an. Doch glaubt B. 2 Beobachtungen der Art selbst gemacht zu 
haben. Es sind folgende: 1) Ein 3jähriges, immer gesund ge- 
wesenes, ‘kräftiges Mädchen wohlhabender Eltern bekam am 
28, Oct. 1833 einige Varicellen, Erst am 30. Oct. Mittags 
wurde das Kind unwohl, klagte über Uebelkeit und heftigen 
Durst. B. tiand nur wenige kleine Wasserpocken, aber sehr 
heftiges Fieber und stark belegte Zunge, Kin Brechmittel ent- 
leerte nur wenig dünnen Schleim, Abends war das Fieber 
stärker, die Hitze für die untersuchende Hand unerträglich und 
öftere Zuckungea stellten sich ein. B. verkündete Scharlach, 
der sporadisch in schweren Fällen vorkam. Bei Beleuchtung 
des Unterleibs und der Brust schien der Körper schon gerötlet, 
Die Verordnung bestand in Sol, Nitr., Am 31, Oct, um 2 Uhr 
Morgens fieberte das Kind sehr heftig, zuckte im Schlafe, phan- 
tasirte und schien Anstrengungen zum Brechen zu machen. 
Unwillkührliche Stuhlausleerungeun bestanden besonders aus 
dickem, zähem, grünlichem Schleime mit Ascariden, B. ver- 
ordnete: Rec. Pulv. rad. Ipecac. I). Fin. stib. 31). Syrup. 
‚Alth, 3ij. M. S. Alle 3 Minuten einen Theelöffel. Doch er- 
brach sich das Kind nicht. Um 7 Uhr traten stärkere Zuckun- 
gen mit Verdrehen der Augen ein, auch bemerkte man bläu- 
liche Färbung des Gesichts und Leibes. Kin consultirter Arzt, 
Hofrath Dr. Heineke, rieth noch zu 4 Blutegeln an den Kopf 
und hielt die Krankheit mit dem Verf. für unvollkommene Ent- 
wickelung des Scharlachcontagiums, Die Blutegelwunden ent- 
leerten violettes Blut, die Zuckungen wurden schwächer und 
um 9 Uhr Morgens starb das Kind durch Lungenlähmung. 
Bald nach dem Tod hatte sich die blaue Färbung der Haut 
ganz verloren. Am andern Morgen wurde B, gerufen, das 
Kind nochmals zu besehen, da es ganz roth sei, Er fand be- 
sonders Hals, Brust und Unterleib mit Scharlachröthe üherzo- 
gen, die Augen waren livide und aus der Nase floss übelrie- 
chender Schleim. Am %. Nov. hatte sich die Röthe mehr in 
bläuliche Farbe verändert und Nachmittags stellte sich Fäulniss 
ein. — 2) Die 33jährige pastöse Tochter eines Todtengräbers 
erkrankte am 13. Febr. 1829 an bedeutender Angina mit äus- 
serer Geschwulst des Halses und wurde von einem Wundarzte 
mit 16 Blutegeln, Brechmitteln und Mineralsäuren behandelt, 
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